Protest gegen Gentechnik : Polizei sichert Felder gegen Umweltaktivisten

Mit einem Großaufgebot will die Polizei Aktionen von Gentechnik-Gegnern am Wochenende im Oderbruch begleiten. Die Initiative "Gendreck weg" hatte zu einer "Feldbefreiung" aufgerufen.

155940_0_2e13512f
Zutritt verboten. Die Polizei im Einsatz gegen Gentechnik-Gegner.Foto: ddp

StrausbergDie Polizei will die Aktionen von Gentechnik-Gegnern am Wochenende im Oderbruch mit einem Großaufgebot begleiten. Dabei gehe es einerseits um die Absicherung der Versammlungen und andererseits um die Verhinderung oder Verfolgung von Straftaten, sagte Dieter Trettin von der Polizei Märkisch-Oderland in Strausberg. Die Initiative "Gendreck weg" hat für Sonntag (22. Juli) dazu aufgerufen, Pflanzen aus einem Genmaisfeld bei Altreetz herauszureißen. Die Aktion ist Höhepunkt eines am Freitag beginnenden Aktionswochenendes im Oderbruch bei Wriezen.

Die diesjährige Aktion werde "eine ganz andere Qualität" als in den beiden Vorjahren haben, sagte Trettin. Neben "Gendreck weg" habe auch das Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik mit den "Friedensreitern" Versammlungen angemeldet. Die Polizei erwartet nach Angaben eines Sprechers 500 bis 1000 Teilnehmer, die fast ausschließlich aus anderen Bundesländern und dem Ausland kämen. Bisher hätten 207 Aktivisten ihre Bereitschaft erklärt, an der "Feldbefreiung" teilzunehmen. Fast 300 Menschen hätten sich mit dieser Aktion "solidarisch" gezeigt.

Schon vor zwei Jahren gab es 78 Festnahmen

Die Polizei werde von Freitag bis Montag früh mit ihrer gesamten Einsatztechnik im Oderbruch sein, hieß es weiter. Darunter seien auch Hundeführer und Polizeipferde. Der Demonstrationszug werde am Sonntag nach einem Gottesdienst und einer Kundgebung auf dem Dorfanger von Altreetz gegen 12 Uhr auf eine 5,5 Kilometer lange Strecke starten, die in Sichtweite von drei Genmaisfeldern entlangführt. Die Polizei wolle alles tun, um Aktivisten nicht in die Felder eindringen zu lassen oder dort wieder herauszuholen.

In den beiden Vorjahren hatte "Gendreck weg" bereits "Feldbefreiungen" in Hohenstein bei Strausberg sowie nahe Zehdenick initiiert. Dabei waren 2005 nach Polizeiangaben 78 und 2006 dann 64 Aktivisten in Gewahrsam genommen worden. Es sei zu Sachbeschädigungen, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie Hausfriedensbruch gekommen. Auch am bevorstehenden Wochenende sei mit Straftaten zu rechnen.

Umwelt-Initiative: Genmais steht illegal auf Feldern

Vor der diesjährigen Aktion betonte "Gendreck weg", dass der Genmais "illegal auf den Feldern" stehe. Das Bundesamt für Verbraucherschutz habe seine Schädlichkeit bestätigt und verboten, das Saatgut in Verkehr zu bringen, sagte eine Sprecherin der Initiative. Sie kritisierte, dass das Bundesagrarministerium diese Anweisung erst herausgab, als der Mais bereits auf den Feldern keimte.

Parallel zu den Aktionen der Gentechnik-Gegner plant die Arbeitsgemeinschaft Innovative Landwirte (AGIL)) am Sonntag eine Informationsveranstaltung im nahe gelegenen Altlewin. Dort wollen Befürworter aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Politik über die Chancen der Grünen Gentechnik sprechen, wie AGIL ankündigte. Zugleich wollen sie deutlich machen, dass die Feldzerstörungen "kein akzeptables Mittel in der Diskussion um die Pflanzenbiotechnologie" seien. (mit ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben