Protestaktion : Schuhwerfer von Cambridge ein Deutscher?

Medien spekulieren über den Mann, der in Cambridge aus Protest gegen die Menschenrechts-Politik einen Schuh auf Chinas Regierungschef Wen Jiabao geworfen hat. Es könnte sich um einen Deutschsprachigen handeln.

London Mehrere Zeitungen wollen in den lautstarken Protesten, die dem Wurf gegen Chinas Regierungschef vorangegangen waren, einen deutschen Akzent erkannt haben. Die Zeitung "Daily Mail" schreibt ausdrücklich, dass es sich um einen Deutschen handelt, ohne allerdings eine Quelle zu nennen.

Die Polizei in Cambridge wollte keine Aussagen zur Nationalität des Mannes machen, der am Montag während eines Vortrags von Wen Jiabao in der Universität den Schuh auf den chinesischen Regierungschef geworfen hatte. Weder der Universität noch dem Vorsitzenden der Cambridge German Society, Christian Richardt, war die Identität des Mannes bekannt.

Der 27-Jährige muss sich in der kommenden Woche in Cambridge vor Gericht verantworten. Ihm werde Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen, sagte eine Polizeisprecherin. "Wie kann sich die Universität für diesen Diktator prostituieren. Wie könnt Ihr den Lügen zuhören, die er erzählt. Steht auf und protestiert", rief der Mann, bevor er den Schuh warf. Der Turnschuh hatte Wen Jiabao nicht getroffen, sondern war ein Stück entfernt von ihm auf dem Boden einer Bühne gelandet. (mpr/dpa)