Proteste in Thailand : Demonstranten erzwingen Abbruch des Asean-Gipfels

Erfolg für die Regierungsgegner in Thailand: Aufgrund der Proteste Tausender Menschen hat die Regierung den Asean-Gipfel abgebrochen. Zuvor hatten die Demonstranten durch die Blockade von Hotels und des Konferenzzentrums Treffen ausländischer Spitzendiplomaten verhindert.

PattayaDas Treffen der Staats- und Regierungschefs der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) und ihrer Partner aus der Region sollte an diesem Wochenende stattfinden. Der bereits einmal wegen politischer Unruhen in Thailand verschobene Gipfel werde in zwei Monaten
nachgeholt, teilte die Regierung mit. Sie hat unterdessen im Tagungsort Pattaya am Samstag den Ausnahmezustand verhängt. Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva erklärte die Maßnahme damit, dass die sichere Abreise der 16 Delegationen gewährleistet werden müsse. Unter anderem waren bereits Chinas Regierungschef Wen Jiabao und der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak in Pattaya eingetroffen.

Mehrere tausend Demonstranten blockierten dort Hotels und hinderten die Staatsgäste daran, das Konferenzzentrum zu erreichen. Die Proteste hatten bereits den gestrigen Auftakt des Gipfels überschattet. Die Demonstranten haben deutlich gemacht, dass sich ihr Zorn nicht gegen das Treffen der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) richte, sondern einzig gegen die amtierende Regierung. Mit ihrem Aufbegehren wollen sie den thailändischen Gastgeber Abhisit blamieren und zum Rücktritt zwingen. Er ist ihrer Ansicht nach illegal an der Macht. Abhisit hatte die Regierungsverantwortung im Dezember nach Koalitionsverschiebungen im Parlament übernommen.

Eigentlich wollten 16 Staats- und Regierungschefs bei dem asiatisch-pazifischen Treffen die aktuelle Wirtschaftskrise diskutieren. Der Gipfel musste schon einmal wegen Unruhen in Thailand verschoben werden. Im Dezember vergangenen Jahres besetzte außerparlamentarische Oppositionelle, die teils eng mit Abhisits Partei verknüpft waren, aus Protest gegen die Vorgängerregierung die Flughäfen in Bangkok und legten damit das das politische Leben lahm. (rf/dpa/Reuters)