Proteste vor Auftritt in Frankfurt/Oder : Iranischer Botschafter soll an deutscher Universität sprechen

Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hat den iranischen Botschafter Ali Reza Sheikh Attar eingeladen. Doch nun regt sich scharfer Protest, denn die iranische Regierung leugnet den Holocaust. Kritiker sprechen von einem "Schlag ins Gesicht" der Opfer.

Der iranische Botschafter wurde an die Universität Viadrina in Frankfurt/Oder eingeladen.
Der iranische Botschafter wurde an die Universität Viadrina in Frankfurt/Oder eingeladen.Foto: dpa

Die Einladung des iranischen Botschafters Ali Reza Sheikh Attar an die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) sorgt für scharfen Protest. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sprach am Donnerstag von einem „Skandal“. Der Botschafter wurde für den Abend zur Eröffnung einer Ausstellung über eine Studienreise von Viadrina-Studenten auf den Spuren frühgeschichtlicher Hochkulturen durch den Iran erwartet.
„Mit dem iranischen Botschafter hat die Universität den falschen Mann eingeladen“, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Gideon Joffe, auf dem Portal „Bild.de“: „Ich meine, Herr Attar ist weniger Experte für antike persische Baukunst als für Unterdrückung von Menschenrechten und Demokratie.“ Ähnlich argumentierte auch die IGFM. „Die Regierung, die Botschafter Ali Reza Sheikh Attar repräsentiert, bestreitet das Existenzrecht Israels, bekennt sich stolz zur Unterstützung von Terrorgruppen wie der Hamas, und hochrangige Vertreter dieses Regimes haben wiederholt den Holocaust geleugnet“, heißt es in einem offenen Brief der IGFM an Viadrina-Präsident Gunter Pleuger.
Angesichts der von Deutschen begangenen Verbrechen an Juden und Polen sei die Einladung des Botschafters auch ein „Schlag ins Gesicht dieser Opfer“. (dapd)

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