Prozess um Mordanschlag : Olympiasieger Tichonow verurteilt - aber frei

Biathlon-Idol Alexander Tichonow ist in Russland wegen Beteiligung an einem Mordkomplott verurteilt worden. Das Gericht amnestierte ihn noch an gleicher Stelle.

Moskau Der russische Biathlon-Olympiasieger Alexander Tichonow (60), einer der erfolgreichsten Wintersportler weltweit, ist in seiner Heimat wegen Beteiligung an einem Mordkomplott verurteilt worden. Ein Gericht in Nowosibirsk verurteilte Tichonow zu drei Jahren Gefängnis und amnestierte ihn noch im Gerichtssaal, meldete die Agentur Interfax. Tichonow, der am letzten Prozesstag erneut seine Unschuld beteuert hatte, verließ den Saal als freier Mann. Laut dem Urteil war der vierfache Olympiasieger an Planungen für einen Mordanschlag auf einen sibirischen Gouverneur im Jahr 2000 beteiligt gewesen.

"Ich hatte mich auf Schlimmeres eingestellt", sagte das Wintersport-Idol in einer ersten Reaktion. "Ich bin absolut davon überzeugt, dass mich der Fall nichts angeht", sagte er zum Ende des Prozesses. Die Anklage hatte fünf Jahre Straflager für den Geschäftsmann gefordert. Die Verteidigung plädierte aus Mangel an Beweisen auf Freispruch. (mit dpa)