Quartalsbilanz : Telekom macht Verlust und will Stellen streichen

Die Deutsche Telekom hat in den ersten drei Monaten einen Milliardenverlust verbucht. Grund ist das schleppende Auslandsgeschäft. Die Geschäftskundensparte T-Systems reagiert einem Zeitungsbericht zufolge mit betriebsbedingten Kündigungen.

DüsseldorfIngesamt will die angeschlagene Konzerntochter in Deutschland rund 3000 Stellen abbauen, berichtete die

Financial Times Deutschland

unter Berufung auf Unternehmenskreise. Dabei deute sich derzeit aber nur für rund die Hälfte der Betroffenen ein sozial abgefedertes Ausscheiden an. Rund 1500 T-Systems-Mitarbeiter müssten mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen.



Seit Jahren baut die Telekom Zehntausende Stellen ab, hat dabei bislang aber weitgehend auf sozialverträgliche Lösungen gesetzt und betriebsbedingte Kündigungen vermieden. Offenbar glaube T-Systems Chef Reinhard Clemens, die rote Zahlen schreibende Großkundensparte nur mit Radikalmaßnahmen wieder auf Kurs bringen zu können, schrieb das Blatt.



Abschreibung in Großbritannien drückt Quartalsergebnis



Unterdessen teilte der Mutterkonzern Deutsche Telekom mit, im ersten Quartal 2009 ein Minus von 1,1 Milliarden Euro gemacht zu haben. Enthalten sei darin eine Abschreibung auf den Wert der Mobilfunktochter in Großbritannien von 1,8 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 0,9 Milliarden erzielt.



Die Telekom hatte bereits vor gut zwei Wochen überraschend ihre Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Vorstand geht nun davon aus, dass das bereinigte Konzern-Ebitda zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahreswert von 19,5 Milliarden Euro liegen wird. Das Ziel soll mit Sparmaßnahmen abgesichert werden.

(rf/Reuters)