Quartalszahlen : Zuckermarktreform schmerzt Südzucker

Mit einem Umsatzeinbruch muss Südzucker in seinem Hauptgeschäftsbereich kämpfen. Aufgrund der EU-Reform sind die Exportmengen stark begrenzt worden. Besser läuft das Geschäft mit Bioethanol.

Europas größter Zuckerproduzent Südzucker hat im ersten Geschäftsquartal 2007/2008 (Ende Februar) wegen der Auswirkungen der neuen EU-Zuckermarktverordnung einen deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Der operative Gewinn ging von März bis Mai von 127,6 auf 53,6 Millionen Euro zurück, wie der im MDax notierte Konzern mitteilte. Der Überschuss nach Anteilen Dritter brach von 53,4 Millionen Euro im Vorjahr auf fünf Millionen Euro ein. Beim Umsatz verbuchte Südzucker einen Rückgang von 1,469 auf 1,338 Milliarden Euro.

Südzucker hatte bereits gewarnt, dass das Geschäftsjahr 2007/08 von den mit der Zuckermarktreform einhergehenden Preisrückgängen, Exportbeschränkungen und Quotenreduzierungen geprägt sein werde. Händler beschrieben die Geschäftsergebnisse in einer ersten Reaktion als weniger schlimm als befürchtet. Mit dem Umsatz traf Südzucker die Analystenschätzungen. Die Aktie schaffte bis zum Mittag ein Plus von 3,52 Prozent auf 16,76 Euro.

Für das Gesamtjahr 2007/08 geht Südzucker weiterhin davon aus, dass der Umsatz im Konzern auf 5,1 bis 5,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,8 Mrd) zurückgehen wird. Das operative Ergebnis soll voraussichtlich auf 120 bis 160 Millionen Euro (Vorjahr: 419 Mio) sinken. Bei der Vorlage der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr im Mai hatte Südzucker zudem angekündigt, dass das Nettoergebnis, das 2006/07 auf Grund von Wertberichtigungen bei einer französischen Tochter mit 246 Millionen Euro im Minus lag, im laufenden Jahr wieder positiv sein soll.

Die seit Juli vergangenen Jahres gültige Reform der Zuckermarktverordnung traf das Segment Zucker am härtesten. Die für Südzucker wichtigste Sparte verbuchte wegen der Exportbeschränkungen der EU einen Umsatzrückgang von 980,9 auf 781,4 Millionen Euro. Das operative Ergebnis rutschte von 94,7 auf 9,1 Millionen Euro ab. Das Segment Spezialitäten konnte dagegen vor allem dank der Bioethanolaktivitäten das Ergebnis um 30 Prozent auf 36,3 Millionen Euro steigern. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 340 Millionen Euro. Das Segment Frucht verbuchte einen Umsatzanstieg um 18,5 Prozent auf 216,8 Millionen Euro. Das Ergebnis stieg um 60,8 Prozent auf 8,2 Millionen Euro. Neben verminderten Absatzmöglichkeiten im Ausland belastete auch eine Restrukturierungsabgabe. (mit dpa)