Der Tagesspiegel : Radarfallen zerstört

Zwei Blitzanlagen gestohlen, weitere Kästen beschädigt

Claus-Dieter Steyer

Storkow. Das Blitzgerät an der Landstraße von Storkow nach Kummersdorf war gerade einige Tage in Betrieb, um Verkehrssünder aufzunehmen. Dann war die 45 000 Euro teure Anlage plötzlich verschwunden – samt Kamera. Unbekannte haben sie abgebaut und mitgenommen – nur der Stahlmast blieb stehen. „Das müssen mehrere Personen gewesen sein“, sagte Ullrich Papperitz, Chef des zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) gelegenen Polizei-Schutzbereiches. „Ein Täter allein schafft das nicht, dafür ist der Kasten viel zu schwer.“ Kurz nach diesem Vorfall wurde auch ein neu aufgestellter Blitzer in Neu-Zittau am südöstlichen Berliner Stadtrand gestohlen. Hier ist der Schaden nicht ganz so hoch wie in Storkow, da in Neu-Zittau noch keine Kamera installiert war.

Die Polizei vermutet, dass ertappte Temposünder den Kasten in Storkow abgeschraubt haben. „Die rauben die gesamte Blitzanlage, um an das Foto im Innern zu gelangen“, sagte Polizeidirektor Papperitz. Gelegentlich würden die „Starenkästen“ auch mit einem Hammer demoliert oder mit Farbe unbrauchbar gemacht. Manchmal werden die Diebe gefasst. Kürzlich entdeckten Polizeibeamte im östlichen Brandenburg einen Autofahrer, der den Blitzer in seiner Garage versteckt hatte. Das letzte Foto der Kamera zeigte das Auto des Schnellfahrers.

Während sich mehrere Landkreise – wie Uckermark – und Städte – wie Strausberg – wegen der Finanznot die stationären Blitzanlagen nicht mehr leisten wollen, hält der Landrat des Kreises Oder-Spree trotz der jüngsten Diebstähle an diesen Geschwindigkeitsmessern fest. „Unsere neun noch im Kreis stehenden Blitzer bleiben“, versicherte Landrat Manfred Zalenga (SPD). Es könne gerade bei der Verkehrssicherheit nicht „falsche Sparsamkeit“ geben. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung sei unangebracht. Allerdings wolle er kein Geld mehr für einen neuen stationären Blitzer ausgeben. „Der Landkreis Oder-Spree schafft sich lieber einen zweiten Radarmesswagen an“, sagte Zalenga. Der sei vor Diebstählen sicher und könne überall eingesetzt werden. Außerdem könnten sich Ortskundige auf diese Radarkontrolle nicht einstellen.

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