Radfernweg : Nonstop entlang der Havel

400 Kilometer Natur – der Radweg am Fluss, nach dem viele märkische Städte benannt sind, ist jetzt fertig.

Claus-Dieter Steyer
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Werder/Havel Auf der Liste der zahlreichen Brandenburger Radfernwege fehlte bislang ein bekannter Flussname: die Havel. Denn während Spree, Oder, Neiße, Elbe und selbst die kurze Dahme schon vor Jahren ein begleitendes Asphaltband erhielten, gab es ausgerechnet entlang des Flusses, der Brandenburg wie kein anderer prägt, noch viele weiße Flecken.

Doch jetzt sind alle Arbeiten geschafft: Auf insgesamt 388 Kilometer Länge können die Radler zwischen der Havelquelle in der Nähe der Müritz und größeren Städten wie Waren, Fürstenberg, Oranienburg, Zehdenick, Oranienburg, Berlin (Spandau), Potsdam, Werder, Brandenburg und Rathenow bis zur Mündung in die Elbe in Havelberg auf Entdeckungstour gehen. Teilweise verläuft die Strecke auf bereits fertiggestellten Abschnitten des Fernweges Berlin–Kopenhagen oder des Europäischen Fernweges R 1, aber gerade im westlich Berlins gelegenen Havelland bewegen sich die Ein- oder Mehrtagestouristen auf neuem Terrain.

Dank des guten Netzes von Bahnhöfen können selbst kurze Teilstrecken viel Vergnügen bereiten. In knapp 30 Minuten fährt beispielsweise der Regionalexpress 1 vom Berliner Hauptbahnhof nach Werder. Nach dem turbulenten Baumblütenfest zieht ab Montag wieder Ruhe auf der von der Havel umschlossenen Insel mit ihren historischen Gebäuden und romantischen Gassen ein. Vor dem Bahnhof führt der Radweg in Richtung Westen, wo ein Besuch des Zweirad- und Technikmuseums Werder sehr lohnenswert ist.

Weiter geht die Tour nach Ketzin, wo die Fähre Touristen und Einheimische zum Abstecher in die alte Fischerstadt mit zahlreichen Gaststätten bringt. „Wir sind von den Radlern regelrecht begeistert, trugen sie doch im Vorjahr wesentlich zu den 90 000 Euro Gewinn der Fähre bei“, freut sich Bürgermeister Bernd Lück. „Dabei ist unser Teilstück des Havelradwegs erst Mitte des vergangenen Jahres fertig geworden.“ Einen ganzen Euro kostet die Überfahrt mit der Fähre pro Person und Mensch. Dann fährt man auf schönster Piste mitten durch eine von Havelarmen durchzogene Landschaft. Fischreiher, Störche und sogar der Eisvogel begleiten die Radler abseits der Straßen bis in die Stadt Brandenburg – knapp 30 Kilometer von Werder entfernt.

Von hier aus kann man mit der Bahn zurück nach Potsdam oder Berlin fahren. Oder weiter in Richtung der noch 125 Kilometer entfernten Havelmündung radeln. Premnitz und Rathenow mit seinem gut erhaltenen Optikpark, der 2006 die Landesgartenschau beherbergte, bieten sich als Etappenziele an.

Alle Informationen zum Havelradweg gibt es bei der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH unter Tel. (0331) 200 47 47 und www.radeln-in-brandenburg.de

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