Radprofi Fabian Wegmann : „Es ist zurzeit als Radprofi nicht leicht“

Herr Wegmann, bei den deutschen Meisterschaften waren sie der schnellste Radprofi. Es war auch das Wochenende der Enthüllungen von Jörg Jaksche. Wurde Ihr Titel überhaupt groß wahrgenommen?

Ja, auch wenn nicht live berichtet wurde, liefen die Bilder in den Sport- und Hauptnachrichtensendungen rauf und runter.

Wie haben die Zuschauer am Streckenrand reagiert?

Der Triathlon im nahen Frankfurt hat wahrscheinlich einige Zuschauer an der Strecke gekostet, auf der Zielgeraden herrschte aber trotzdem Gänsehaut-Atmosphäre auf der Zielgeraden, so wurden Patrik Sinkewitz und ich angefeuert. Die Zuschauer waren sehr diszipliniert und freundlich, also reingebrüllt hat keiner was. An einer Stelle am Berg stand irgendein Spruch auf der Straße.

Wie ist der Stand der Diskussion unter den Kollegen?

Das ist in der Tat natürlich ein Riesenthema. Viele berichten davon, das sie auf den Trainingsfahrten manchmal sehr „zotig“ angesprochen werden. Es ist sicher nicht leicht, im Moment Radprofi zu sein, doch man kann von den Menschen halt nicht verlangen, dass sie differenzieren, das liegt in der Natur der Sache.

Haben sie Angst um Ihre berufliche Zukunft?

Nein, auch wenn sich das im ersten Moment komisch anhören mag. Die derzeitige Situation lässt sich aber zum Glück nicht mehr zurückdrehen, das Kontrollsystem wird immer ausgedehnter, die Schlupflöcher werden immer kleiner, viele alte Ansichten landen in der Abfalltonne, das ist gut für neue Generationen. Ich weiß, wie meine Einstellung ist und was ich kann, und bin zuversichtlich, immer einen Platz in meinem Beruf zu finden.

Das Gespräch führte Mathias Klappenbach.

Fabian Wegmann, 27, fährt seit 2002 beim Team Gerolsteiner. Der aktuelle Deutsche Meister im Straßenrennen nahm im Jahr 2004 zum ersten Mal an der Tour de France teil.