Radsport : Jaksche belastet Teamchefs

Unerwartet kam es nicht: Jörg Jaksche hat jahrelanges Doping eingestanden. Der Radprofi erklärte, Doping sei teilweise von der Mannschaftsführung betrieben worden.

Jaksche
Doping-Geständnis: Auch Jörg Jaksche hat Epo gespritzt. -Foto: dpa

HamburgRadprofi Jörg Jaksche hat jahrelanges Doping gestanden. Kurz vor der Tour de Suisse im Juni 1997 habe er zum ersten Mal Epo gespritzt, sagte der 30-jährige Ansbacher dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Jaksche: "Es war mein Crashkurs. Ein Betreuer spritzte mir abends auf meinem Zimmer Epo." Jaksche gab zudem zu, dass er sich als Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes von 2005 an verbotenen Eigenbluttherapien unterzogen habe.

Jaksche will sich nun den Sportverbänden und deutschen Ermittlungsbehörden als Kronzeuge zur Verfügung stellen. Er bestätigte auch Teile des Untersuchungsberichts der spanischen Guardia Civil. Bei Fuentes sei er unter dem Codenamen "Bella" sowie als Nr. 20 geführt worden.

Doping von der Teamleitung betrieben

"Ich glaube, dass es wichtig ist für die Zukunft dieses Sports, dass einer mal sagt: Okay, so läuft das hier", sagte Jaksche. In den Rennställen Polti, Team Telekom, Once, CSC und Liberty Seguros, für die Jaksche seit 1997 fuhr, sei das Doping teilweise aktiv von der Mannschaftsführung betrieben oder geduldet worden. "Natürlich hat mir niemand den Arm für die Spritze festgehalten, aber die Teamleiter, die sich früher an dir bereichert haben, die dir die Sachen besorgt haben, ausgerechnet die tun plötzlich so, als würden sie alle für einen sauberen Radsport eintreten", sagte Jaksche.

Der Ansbacher Jaksche lebt in Österreich. Er steht seit April unter Vertrag beim italienisch-russischen Zweitliga-Team Tinkoff. Seine größten Erfolge als Radprofi feierte der Deutsche 2004 mit dem Sieg beim Klassiker Paris-Nizza und der Mittelmeer-Rundfahrt. Von den deutschen Straßen-Meisterschaften an diesem Sonntag in Wiesbaden war der 30-Jährige bereits am Donnerstag suspendiert worden. (mit dpa)