Radsport : Keine Generalamnestie für geständige Doper

Der Präsident des Radsport-Weltverbandes Pat McQuaid ist gegen eine Generalamnestie. Vielmehr solle ein "besserer Radsport" geschaffen werden.

Pat McQuaid
Pat McQuaidFoto: dpa

"Ich bin dagegen. Wir müssen uns an die Regeln halten und können keinen Präzedenzfall schaffen. Zudem müssen wir dem Wada-Code folgen, der keine Amnestie vorsieht", sagte McQuaid. Der Ire fügte hinzu: "Was für eine Art von Zeichen wäre das für die sauberen Rennfahrer?" Pat McQuaid verweist auf die juristische Verjährungsfrist von acht Jahren, die sich an den Code der Weltantidoping-Agentur Wada anlehnt. Man könne das Gelbe Trikot des gedopten Bjarne Riis beim Tour-de- France-Sieg 1996 nicht zurückfordern. "Aber wir finden, dass es auch aus ethischen Gründen nur konsequent wäre, wenn er das Trikot zurückgäbe."

Das Doping-Geständnis von sieben Telekom-Fahrern, nötigte dem UCI-Chef insofern Respekt ab, dass "sie die Courage hatten, es freiwillig zuzugeben". McQuaid: "Und wir müssen hoffen, dass wir die jetzige Situation dazu nutzen können, einen besseren Radsport in der Zukunft zu schaffen. Außerdem sollten wir nicht vergessen: Wir sprechen hier über die 90er Jahre und der Radsport 2007 ist ein völlig anderer."

Der Tätigkeit der ehemals gedopten Rolf Aldag als Sportdirektor des T-Mobile-Teams oder von Christian Henn als Sportlicher Leiter bei Gerolsteiner gewinnt der oberste UCI-Funktionär auch eine positive Seite ab. Man könne auch sagen, "dass diese Leute auf Grund ihrer Erfahrung und der Tatsache, dass sie öffentlich gestanden haben, einen viel größeren Einfluss haben können auf die unter ihrer Kontrolle fahrenden Athleten, im Einklang mit den deutlich umfangreicheren und schärferen Anti-Doping-Bestimmungen von heute."