Radsport : Olympiasiegerin Sabine Spitz: "Mir wurde Epo angeboten"

Mountainbikerin Sabine Spitz sind die Doping-Machenschaften im Straßenradsport ein Dorn im Auge. Ihr sei ebenfalls schon einmal Epo angeboten worden, erklärt die Olympiasiegerin.

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Unwegsames Gelände. Sabine Spitz beklagt die Doping-Machenschaften im Radsport. -Foto: dpa

BerlinMountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz hat die Spitzen des Radsport-Weltverbandes und des BDR für ihren Umgang mit Dopingsündern kritisiert. Außerdem offenbarte Spitz: "Mir wurde von einem Sportarzt 2003 Epo oder anderes Doping angeboten. Ich war perplex und habe das nie in Betracht gezogen. Lieber fahre ich hinterher. Angezeigt habe ich ihn nicht, da nichts zu belegen war", sagte die Goldmedaillen-Gewinnerin von Peking der "Sport-Bild".

Sabine Spitz, die sich immer deutlich gegen Doping positioniert hat, drückte ihr Unverständnis aus, warum den populären Straßen-Profis Lance Armstrong und Ivan Basso der "Rote Teppich" ausgerollt werde. "Da sind zu viele Altlasten in Amt und Würden", sagte sie und bescheinigte dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und seinem Präsidenten Rudolf Scharping: "Der BDR wirkt auf mich wie ein müder Koloss. Er müsste viel engagierter zu Werke gehen. Vielleicht hat es Herr Scharping jetzt verstanden und es passiert mehr als nur Sonntagsreden." Die 36-jährige Sabine Spitz aus Murg-Niederhof ("Ich habe mit den dämlichen Straßenprofis nichts zu tun") fordert bei vorsätzlichem Doping gar lebenslange Sperren.

Der BDR legte am Mittwoch in einer Pressemitteilung "Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem Epo-Angebot eines Sportarztes im Jahre 2003 nicht um einen BDR-Arzt, sondern um einen unabhängigen Sportmediziner gehandelt hat". Dies habe Sabine Spitz, die sich aktuell in einem Trainingslager auf Zypern befindet, BDR-Generalsekretär Martin Wolf bestätigt. (jvo/dpa)