Radsport : Stellungnahme nun auch von Ex-Telekom-Radchef

Nach den Doping-Bekenntnissen mehrerer früherer Telekom-Radprofis wird nun mit Spannung die Stellungnahme des früheren Rennstall-Chefs Walter Godefroot erwartet. Godefroot ist inzwischen Berater des kasachischen Astana-Teams, wo auch Ex-T-Mobile-Profi Andreas Klöden fährt.

Walter Godefroot
Ex-Rennstall-Chef Walter Godefroot.Foto: dpa

Gent - Nach den Doping-Bekenntnissen mehrerer früherer Telekom-Radprofis wird nun mit Spannung die Stellungnahme des früheren Rennstall-Chefs Walter Godefroot erwartet. Godefroot ist inzwischen Berater des kasachischen Astana-Teams, wo auch Ex-T-Mobile-Profi Andreas Klöden fährt. Der Belgier wird sich an diesem Dienstag in Gent äußern. Kurz nach dem Geständnis von Bert Dietz vor zwei Wochen hatte Godefroot betont, er habe niemals Fahrer dazu aufgefordert, etwas Unerlaubtes zu nehmen. "Ich habe Derartiges nie organisiert und die Rennfahrer nie zu irgendetwas stimuliert", hatte Godefroot betont. Dietz hatte er vorgeworfen, seine Doping-Beichte aus finanziellem Interesse abgelegt zu haben.

Klöden auch im Doping-Sumpf?

Der ehemalige Telekom-Betreuer Jef d'Hont hatte indes behauptet, bei den Fahrern das Geld für die Dopingmittel eingesammelt und dann Godefroot gegeben zu haben. Der frühere Mannschafts-Kapitän und Tour-Sieger Bjarne Riis kann sich nicht vorstellen, dass der inzwischen 63-Jährige nichts vom Epo-Missbrauch mitbekommen habe. Godefroot hätte von den Praktiken wissen müssen und sei "auf einem Auge blind" gewesen. "Dazu sage ich nichts - daraus werden sowieso nur wieder Sensationen gemacht", hatte Godefroot auf die Vorwürfe von d'Hont und Riis geantwortet.

Andreas Klöden
Andreas Klöden: Hat auch er gedopt?Foto: dpa

Auf Wunsch des ehemaligen T-Mobile-Fahrers Alexander Winokurow verschob Godefroot im vorigen Jahr seinen geplanten Rückzug in den Ruhestand und ging als Berater zum Astana-Team. Dort fährt unter anderen auch Ex-T-Mobile-Profi Andreas Klöden, der wie Winokurow zu den Sieganwärtern bei der Tour de France gehört. Godefroot hatte zuletzt allerdings eingeräumt, wochenlang nicht beim Team gewesen zu sein. Daher könne er nichts zur speziellen Tour-Vorbereitung sagen. Der Schweizer Astana-Manager Marc Biver bezeichnete Godefroot als ehrlichen Menschen. "Er hat damals seine Arbeit so gut wie möglich gemacht. Da bin ich sicher, und ich hoffe, er ist bei der Tour de France bei uns dabei", sagte Biver. (Mit dpa)