Radsport : Team Astana macht bis 2010 weiter

Das wegen seiner vielen Dopingfälle umstrittene Radteam Astana wird seine Aktivitäten bis 2010 fortsetzen. Unter anderem fährt der Deutsche Andreas Klöden für die schweizerisch-kasachische Mannschaft.

Klöden
Arbeitsplatz vorerst gesichert. Radprofi Andreas Klöden im Trikot von Astana. -Foto: dpa

ZürichDas durch vier Doping-Fälle in die Schlagzeilen geratene Radteam Astana um den deutschen Spitzenfahrer Andreas Klöden will bis 2010 weitermachen. "Es sind dem Vorstand des Astana Radteams bis jetzt keine Anzeichen gegeben worden, dass die Mannschaft ihre Aktivitäten nicht fortsetzen wird", erklärte das Team. Die Schweizer Firma von Astana-Manager Marc Biver werde ihre Aufgaben erfüllen, mit denen sich Biver bis 2010 an den kasachischen Radsport-Verband gebunden habe. Zudem werde das ProTour-Team, das von der derzeit stattfindenden Spanien-Rundfahrt ausgeladen wurde, in diesem Jahr noch bei mehr als 20 Rennen an den Start gehen.

Für die kommende Saison steht aber noch das "Grüne Licht" durch den Weltverband UCI aus. Denn erst wenn der Lizenz-Ausschuss der UCI die Startberechtigung erteilt, kann die schweizerisch-kasachische Equipe 2008 an den Start gehen. Die Lizenz für die kommende Saison sei beantragt sagte Astana-Sprecherin Corinne Druey. "Es gibt weder Signale in die eine noch in die andere Richtung. Wir warten ab." Die UCI stellte klar, dass der Ausschuss noch keine Entscheidung getroffen hat. "Es ist immer noch ein offener Fall", betonte UCI-Sprecher Enrico Carpani.

Anti-Doping-Kontrollen werden intensiviert

Biver hatte Ende August vor der UCI erklärt, dass es im Team "kein organisiertes Doping" gebe. In den zwei Monaten zuvor waren die Astana-Fahrer Alexander Winokurow, Matthias Kessler (Nürnberg), Andrej Kaschetschkin und Eddy Mazzoleni aus Italien als Doping-Sünder entlarvt worden. Den kasachischen Stars Winokurow und Kaschetschkin, die nach positiven Blutdoping-Befunden auf Verhandlungen warten, drohen jeweils zwei Jahre Sperre. Nun will das Team seine Anti-Doping-Bemühungen intensivieren. Pro Fahrer soll es je Saison "zehn unangekündigte Blut- sowie zehn Urin-Kontrollen" geben, sagte Druey.

Sie unterstrich, dass Biver, der seinen Managerposten bei Astana im August 2006 antrat, bleiben soll: "Er hat einen Vertrag bis 2010. Den wird er erfüllen." Am Montag war bekannt geworden, dass der Klöden-Rennstall Manager Johan Bruyneel, der Lance Armstrong zu sieben Tour-Siegen verhalf, vom Discovery-Team ein Angebot unterbreitet hat.

Trennungs-Spekulationen nicht bewahrheitet

Nach dem positiven Ergebnis von Winokurow bei der Tour de France hatte sich Astana am 24. Juli aus der Frankreich-Rundfahrt zurückgezogen und anschließend lange Zeit pausiert. Klöden hat bei dem Team noch einen Vertrag bis Ende 2008. Zuletzt hatte aber sein Manager Tony Rominger Trennungs-Spekulationen genährt. " Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nichts Neues zu vermelden", kommentierte Druey.

Nach einem Trainingsunfall, bei dem sich Klöden die Hand verstauchte, will der 32-Jährige bei der am Sonntag beginnenden Polen-Rundfahrt wieder ins Renngeschehen eingreifen. Dort will er sich nach seiner WM-Nominierung auf die Straßen-Weltmeisterschaften in Stuttgart (25. bis 30. September) vorbereiten. Da gegen Klöden trotz der Doping-Fälle bei Astana kein konkreter Vorwurf zu erheben sei, begrüßte WM-Organisationschefin Susanne Eisenmann seinen Start: "Deshalb ist er selbstverständlich ein absolut willkommener Fahrer, wenn er denn sportlich fit ist", sagte sie. (mit dpa)