RÄTSELN & Reisen LESEN & REISEN : Bei Gletschern und Geysiren – eine Woche auf Island und Grönland

Reisebücher & Reiseführer

Hella Kaiser

Island und Grönland, zwei große Inseln im Nordatlantik, die so einiges verbindet. Nicht nur aufgrund der Siedlungsgeschichte. Grönland bietet riesige Gletscher, Eisberge und grüne Fjorde. Heiße Quellen, Geysire, aktive Vulkane und Europas größter Gletscher, das sind die Markenzeichen Islands. Besuchen Sie auf einer zu gewinnenden Reise beide Inseln im Nordatlantik auf einer Kombi-Tour. Sie fliegen mit Icelandair von Berlin nach Reykjavik. Drei Nächte verbringen Sie in der isländischen Hauptstadt im Hotel Loftleiðir, weitere drei Nächte auf Grönland. Vom City-Flughafen Reykjaviks geht es in zwei Flugstunden mit Air Iceland nach Kuulusuk in Ostgrönland. Dort steigen Sie um in einen Hubschrauber und fliegen binnen zehn Minuten nach Ammassalik, der mit 1400 Einwohnern größten Stadt Ostgrönlands. Aus dem Fenster können Sie das mit Eisbergen gespickte Meer sehen. Die Stadt liegt etwas südlich des Polarkreises. Drei Nächte verbringen Sie im Hotel Angmagssalik. Diese Reise für zwei Personen wird gesponsert von Icelandair und Air Iceland.

1. LEBENSNOTWENDIGES

Das Kajak gehört zu Grönland wie die Eisberge. Seit mehreren Tausend Jahren befahren die Inuits die eisigen Gewässer mit den schlanken Booten. Und falls das Boot doch einmal kippt – und das ist beim Brechen eines Eisbergs überhaupt nicht unwahrscheinlich – müssen die Kajakfahrer welche Fertigkeit genau beherrschen?

2. LITERARISCHES

Wie ein Knochen ragt die Halbinsel Snæfellsness in den westlichen Atlantik. An der Südküste gibt es weiße Sandstrände, eingerahmt von Lavafelsen. Die Strände an der Nordküste sind dagegen lavaschwarz. Das geografische Highlight der Halbinsel ist der Gletscher Snæfellsjökull mit seinem Vulkankegel. Ein über die Grenzen Islands hinaus bekannter Schriftsteller begann hier seine Reise zum Mittelpunkt der Erde. Wie heißt der Schriftsteller?

3. EISIGES

Grönland ist ein Eiswunderland. Das Inlandeis nimmt rund 85 Prozent von Grönlands Fläche ein. Das Inlandeis ist über 2500 Kilometer lang und kann über drei Kilometer dick sein. Grönlands schnellster Gletscher ist der Sermeq Kujalleq am Fuße des Illulisat Eisfjord. Rund 19 Meter pro Tag bewegt er sich vorwärts, das entspricht in etwa sieben Kilometern im Jahr. Wenn Teile der Gletscherränder dann abbrechen und im Meer schwimmen, ist ein Eisberg entstanden. Nun ist „abbrechen“ nicht der exakte Begriff für diesen Vorgang. Wie bezeichnet man das Geschehen, bei dem ein Eisberg entsteht?

4. SCHWIMMENDES

Die Isländer, so könnte man vermuten, sind ein Volk der schrumpeligen Haut. Warum? Sie gehen einfach unglaublich gern und oft baden. Kein Wunder, aufgrund der heißen Quellen gibt es überall auf der Insel natürlich angewärmte Freibäder. Wie nennen Isländer ihr Schwimmbad?

5. FALSCHES

Wer Pech hat und bei Nieselregen in Island ankommt, wird verstehen, weshalb etwa 40 Prozent der Isländer an Elfen und andere Geister glauben. Die Isländer nehmen die Begegnungen mit den Geistern sehr ernst, so gibt es in Island auch eine staatliche Elfenbeauftragte, die angerufen wird, wenn es Probleme mit den geistigen Bewohnern gibt.

Und ist es wirklich wahr, dass Straßen um Felsen herumgebaut werden, um nicht die Ruhe der Elfen und Trolle zu stören? Kann das wahr sein?

Wer es nicht glaubt, kann es selber ausprobieren und auf Elfensafari gehen. In Hafnarfjördur, einem Vorort von Reykjavik, kann man nämlich in einem Elfenhotel übernachten. Das Hotel ist kein richtiges Hotel, sondern eine Lavahöhle. Es ist das Heim der guten Geister, die Touristen für eine Nacht Asyl geben.

Welche dieser drei Elfengeschichten ist erfunden? U. H.

Geschichten im Nachtzug

Der „Wiener Walzer“ startet pünktlich. Jede Nacht. Um 22 Uhr 40 verlässt der Zug den Zürcher Hauptbahnhof und fährt morgens um acht in den Wiener Westbahnhof ein. Dazwischen liegen gut neun Stunden, in denen Menschen nicht einfach nur schlafen, sondern alles Mögliche erleben können. Der Schriftsteller Hansjörg Schertenleib hat 13 Autoren gebeten, ihre (fiktiven) Reiseerlebnisse im „Wiener Walzer“ niederzuschreiben. Die Ergebnisse changieren zwischen abstrus, tiefgründig, abenteuerlich und banal. Paulus Hochgatterer schlüpft in seinem Text „Matto schläft“ in die Rolle des Schlafwagenschaffners. „Der Zug rollt an, du hast deine Leute unter Dach und Fach gebracht, Obst und Getränke ausgeteilt, keiner ist dabei, von dem du schon im Vorhinein weißt, dass er Schwierigkeiten machen wird …“ Auch Michael Stauffer schreibt seine Geschichte „Ich reise ungern nicht beruflich“ aus der Perspektive des Schaffners. Der Mann hält Stillstand nicht aus. „Tagsüber reise ich Riesenrad“, erzählt er. Er fotografiert die Höhenunterschiede, setzt die Bilder nachts im Zug zu einem Panorama zusammen. Autor Alex Capus trinkt sich mit Rotwein die nötige Bettschwere an und fantasiert sich bald in eine Romanwelt. Nüchtern betrachtet kommt man mit einem Zug von A nach B. Doch, mit ein bisschen Fantasie, taucht man dabei in erstaunliche Welten ein. Davon vor allem erzählen die Schriftsteller. Und sie animieren dazu, mal wieder selbst spätabends eine Bahnfahrt zu starten. Nicht nur im „Wiener Walzer“ kann die Nacht zum Abenteuer werden. Hella Kaiser

Hansjörg Schertenleib (Herausgeber): Wiener Walzer. Eine literarische Reise mit dem Nachtzug von Zürich nach Wien. Nagel & Kimche im Carl-Hanser-Verlag, München 2008, 187 Seiten, 17,90 Euro

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben