Raketeneinschlag in Georgien : Russland wirft Tiflis "Inszenierung" vor

Die diplomatischen Spannungen zwischen Moskau und Tiflis haben sich weiter verschärft. Russlands Vizeregierungschef Iwanow bezeichnete den Raketenvorfall als Schauspiel.

Moskau Der russische Vizeregierungschef Sergej Iwanow hat den Einschlag einer Rakete in Georgien als "Theaterinszenierung" durch die Regierung in Tiflis gewertet. "Das Schauspiel wurde aufgeführt, die Regieführung war aber nicht ganz professionell", sagte Iwanow der Agentur Interfax in St. Petersburg. Ziel sei es gewesen, eine Sitzung der Waffenstillstandskommission für das abtrünnige Gebiet Südossetien zu verhindern. Die Rakete war nach georgischen Angaben am vergangenen Montag unweit der Konfliktregion eingeschlagen, aber nicht detoniert.

Georgiens Innenminister Wano Merabischwili kündigte an, man werde die vorläufigen Untersuchungsergebnisse des Vorfalls innerhalb der nächsten Tage veröffentlichen. Der Typ der Rakete sei bereits eindeutig identifiziert.

Russlands Vizeregierungschef kritisierte widersprüchliche Angaben Georgiens zu der Bauart der Rakete und des Flugzeugs, das sie abgeworfen haben soll. Zudem hätte das Areal um die Einschlagstelle viel weiträumiger abgesperrt werden müssen, wenn es sich um eine echte, nicht detonierte Rakete gehandelt hätte, sagte Iwanow.

Nach Darstellung des georgischen Außenministeriums war die Anti-Radar-Rakete AS-11 (Nato-Bezeichnung Kilter), die keinen Schaden anrichtete, von einem russischen Jagdbomber Suchoi SU-24 auf georgisches Gebiet abgefeuert worden. Russland bestreitet dies. Nach anderen Darstellungen wurde die Rakete von einer Maschine der georgischen Luftwaffe abgeworfen. (mit dpa)