Randale : DFB droht Dynamo Dresden mit Pokalausschluss

Nachdem Dynamo-Fans beim Sachsenpokal-Finale am Sonntag durch Ausschreitungen in die Schlagzeilen gerieten, prüft der DFB empfindliche Konsequenzen für den Verein.

Frankfurt/MainDie erneuten Ausschreitungen einiger seiner Anhänger beim Sachsenpokal-Finale könnten für den Regionalligisten Dynamo Dresden schwerwiegende Konsequenzen haben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) drohte den Dresdnern mit dem Ausschluss aus dem DFB-Pokal, für den sich Dynamo am vergangenen Sonntag durch einen 2:0-Erfolg gegen Erzgebirge Aue II qualifiziert hatte. Nach dem Spiel hatten Dynamo-Zuschauer randaliert und auf der Tribüne Bänke herausgerissen. Es werde derzeit geprüft, ob eine solche Bestrafung juristisch möglich sei, erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger.

Vorausgegangen war ein Treffen zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger und dem Vorsitzenden des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV), Klaus Reichenbach, bei dem über die wiederholt schweren Krawalle im ostdeutschen Fußball gesprochen wurde. Um die Probleme besser in den Griff zu bekommen, plant der DFB eine Satzungsänderung. So soll auf dem Bundestag am 25. und 26. Oktober in Mainz beschlossen werden, dass der Verband bei Ausschreitungen in allen Wettbewerben die Vereine direkt bestrafen kann. Entsprechende Anträge werden durch die DFB-Direktion Recht vorbereitet.

Zudem startet am 1. Juli ein Fan- und Sicherheits-Pilotprojekt in Sachsen. Das Ziel der Maßnahme sei, künftig schnell und professionell auf aktuelle Probleme reagieren und auch präventiv tätig werden zu können, teilte der DFB mit. Die Personalkosten von rund 60.000 Euro teilen sich der DFB und das Land Sachsen. Zwanziger appellierte an die Politik, daran mitzuwirken, das Umfeld einiger sächsischer Spitzenklubs zu verbessern. Als Beispiele nannte der DFB-Präsident den Stadion-Neubau in Dresden und das noch immer nicht mit den nötigen Mitteln ausgestattete Fan-Projekt von Dynamo. "Die Probleme sind nur durch eine Zusammenarbeit von Politik und Sport zu lösen", sagte Stenger.