Randale : Ukrainischer Minister tritt zurück

Ein Zwischenfall auf dem Frankfurter Flughafen hat den ukrainischen Innenminister Juri Luzenko das Amt gekostet.

KiewLuzenko reichte zwar von sich aus seinen Rücktritt ein, doch sieht er sich als "Opfer einer Rufmordkampagne", die nicht enden wolle. In seinem Land ist der Vierundvierzigjährige ohnehin umstritten. Er soll vor einem Jahr im Streit den Bürgermeister von Kiew geohrfeigt haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, er habe wiederholt versucht, Einfluss auf die Berichterstattung eines TV-Senders zu nehmen.

Der Zwischenfall, der ihn nun aus dem Amt gehoben hat, ereignete sich vor einer Woche, als Luzenko in Begleitung seines Sohnes in Frankfurt in einen Flieger nach Südkorea umsteigen wollte. Weil Vater und Sohn betrunken waren, weigerte sich der Kapitän die beiden mitzunehmen. Daraufhin kam es zu einem Handgemenge. Luzenko soll in diesem Zusammenhang deutsche Polizisten als "Nazi-Schweine" beschimpft haben. Zu seiner Entschuldigung sagte der Ex-Minister: "Ich habe nur versucht, die Polizeigewalt gegen meinen Sohn abzuwenden."

Im Anschluss an den Eklat hatte die ukrainische Regierung die Darstellung der deutschen Behörden zunächst zurückgewiesen. Anschließend beauftragte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko die Regierung jedoch mit der Überprüfung des Falls. (sp/dpa)