RBB-Bericht : Richterin spitzelte für die Stasi

Eine in Neuruppin tätige Richterin hat laut RBB-Magazin "Klartext" als Spitzensportlerin in der DDR Sportsfreunde und Oppositionelle an die Staatssicherheit verraten - dabei ist sie am Neuruppiner Gericht selbst für Fälle von DDR-Unrecht zuständig.

Peter Tiede

Die heutige Sozialrichterin Irina W. habe als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) "Ines" für die Stasi-Abteilung zur Abwehr und Aufklärung von Oppositionellen in Kirche, Sport und Kultur handschriftliche Berichte geliefert, so "Klartext". Sie sei unter ihrem Mädchenamen bei der Stasi gewesen und habe 1976 zur DDR-Ruder-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Montreal gehört.

Pikant: Die einstige Stasi-IM sei am Neuruppiner Gericht ausgerechnet auch für Fälle von DDR-Unrecht zuständig – verhandle also über die Klagen von Stasi-Opfern. Brandenburgs Aufarbeitungs-Beauftragte Ulrike Poppe nannte den Fall "unglaublich". Laut Justizminister Schöneburg (Linke) gibt es drei Richter mit Stasi-Last in Brandenburg. Ein Fall werde als Grenzfall eingestuft. Dabei handelt es sich offenbar um Richterin Irina M.

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