Reaktor-Pannen : Experten sollen Akw Krümmel kontrollieren

Der Energiekonzern Vattenfall macht gut Wetter: Eine Expertenkommission untersucht die Pannen-Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel. Das Vertrauen muss sie sich noch erarbeiten, schließlich ist sie vom Konzern eingesetzt.

Krümmel
AKW Krümmel: Ein eigentlich harmloser Trafobrand sorgte für Konfusion und Pannen im Leitstand. -Foto: dpa

GeesthachtIm Kernkraftwerk Krümmel hat eine vom Betreiber Vattenfall eingesetzte Expertenkommission ihre Arbeit aufgenommen. Die fünfköpfige Kommission sei jetzt komplett besetzt, sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek. Ein letzter Experte habe am Vortag seine Teilnahme zugesichert. Ein Termin für das Wiederanfahren des abgeschalteten Meilers steht nach Angaben von Vattenfall-Geschäftsführer Reinhard Hassa noch nicht fest. Damit sei "nicht innerhalb der nächsten wenigen Wochen" zu rechnen. Hassa bezifferte den täglichen Produktionsausfall in den beiden abgeschalteten Akw Krümmel und Brunsbüttel auf insgesamt eine Million Euro. Der Image-Verlust bei den Kunden sei jedoch nicht bezifferbar.

Laut Hassa werden aktuell in Krümmel 25 Millionen Euro für Sondermaßnahmen und die Revision verbaut. Allein für Sofortmaßnahmen wie Reparaturen nach dem Brand in einem Trafogebäude seien rund fünf Millionen Euro veranschlagt. Der Expertenkommission wurde außerdem ein Etat von weiteren vorerst fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ob es bei dieser Summe bleiben werde, hänge von den Ergebnissen ab, da die Analysen des Zwischenfalls noch nicht abgeschlossen seien. Derzeit wird unter anderem ein Ersatz-Trafo für das ausgebrannte Aggregat eingebaut.

Das Akw Krümmel war am 28. Juni ebenso wie das Akw Brunsbüttel per Schnellabschaltung heruntergefahren worden. Im Akw Krümmel hatte nach einem Kurzschluss ein Transformator gebrannt. Das Akw Brunsbüttel war am vergangenen Samstag werden fehlerhafter Halterungen für Rohrleitungen des Not- und Nachkühlsystems komplett abgeschaltet worden. (mit ddp)