Der Tagesspiegel : Rechte Gewalt: "Die Mauer des Schweigens ist durchbrochen"

Die Serie rassistischer Gewalttaten in Brandenburg

Die Serie rassistischer Gewalttaten in Brandenburg reißt nicht ab. Jetzt kommt eines der Opfer an den Ort des Schreckens zurück. Was erhoffen Sie sich von diesem Besuch?

Noel Martin, dessen Mut und Kraft ich nur bewundern kann, hat schon allein durch die Ankündigung, dass er zurückkommen wird, etwas ausgelöst. In Mahlow haben sich viele Menschen Gedanken gemacht, sich in Initiativen zusammengeschlossen, um gegen Rassismus und Gewalt vorzugehen. Es gibt auch andere Reaktionen: Ein Teil der Plakate, die zur Kundgebung einluden, sind in Mahlow wieder abgerissen worden ...Aber die Mauer des Schweigens, die ist durchbrochen. Vorher wurden der Überfall auf Noel Martin und sein Schicksal in Mahlow überhaupt nicht thematisiert.

Teilen Sie Befürchtungen, wonach Mahlow als "Nazi-Gemeinde" stigmatisiert wird?

Nein, es geht bei der Kundgebung nicht darum, Mahlow zu stigmatisieren. Rassismus wirkt überall zerstörerisch und ist an vielen Orten zu finden.

Bislang ist es nicht gelungen, den Rassismus in Brandenburg einzudämmen. Geht nach der Kundgebung in Mahlow der "braune Alltag" im Land weiter?

Das hartnäckige Ringen um ein tolerantes Land, in dem die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist, geht auf jeden Fall weiter. Die Kundgebung ist dafür ein wichtiges Signal. Noel Martin konfrontiert uns mit den Folgen rassistischen Handelns und Denkens. Deshalb hoffe ich, dass ihn viele Menschen auf seinem schweren Weg begleiten.

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