Der Tagesspiegel : Rechte Gewalt: Grabschändungen in Perleberg und Randale in Glienicke

Erneut haben sich am Wochenende in Brandenburg mehrere rechtsextreme Vorfälle ereignet. Unbekannte haben den jüdischen Friedhof in Perleberg (Prignitz) geschändet. Die Täter warfen in der Nacht zum Sonntag fünf Grabsteine um, besprühten sie mit Farbe und schmierten an die Feldsteinmauer um den Friedhof ein Hakenkreuz sowie antisemitische Parolen, teilte die Oranienburger Polizei mit. Außerdem seien auf zwei Grabsteine mit silberner Farbe Nazisymbole gesprüht worden. Zur Aufklärung der Tat wurde laut Polizei eine 12-köpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verurteilte die Tat.

In derselben Nacht beschmierten vermutlich die selben Täter zwei Döner-Imbisse in der Berliner Straße und in der Reetzer Straße in Perleberg ebenfalls mit silberner Farbe. Die Ermittlungsgruppe geht nach eigenen Angaben von einem Zusammenhang der Straftaten aus.

Nach "Sieg Heil"-Rufen und Randalen in Glienicke wurden drei Verdächtige festgenommen, teilte die Oranienburger Polizei am Sonntag mit. Ein 15-jähriges Mädchen und zwei 17 und 23 Jahre alte junge Männer sollen in einem Jugendclub außerdem Fensterscheiben eingeworfen und Mobiliar beschädigt haben.

An einer Jacke der Verdächtigen befanden sich laut Polizei zwei Anstecker mit Reichsadler und Hakenkreuz. Der Vorfall ereignete sich bereits am späten Freitagabend. Die Jugendlichen seien alkoholisiert gewesen. In Rüdnitz schmierten Unbekannte mehrere Hakenkreuze und Nazisymbole an Wände. Diese sowie Schriftzüge gegen linke Gruppierungen seien am Sonnabend entdeckt worden, berichtete die Eberswalder Polizei. Bei einer Fahrzeugkontrolle in Templin stellte die Polizei in der Nacht zum Sonntag zudem einen 23-jährigen Mann, der sich Symbole verfassungswidriger Organisationen auf die Hände tätowiert hatte.

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