Rechte Gewalt : Neonazis attackieren Ausländer in Magdeburg

Pöbeleinen und Schläge: In Magdeburg sind am Wochenende fünf Iraker und vier Afrikaner Opfer ausländerfeindlicher Übergriffe von Deutschen geworden. Eine schwangere Frau und ein Polizist wurden verletzt.

Magdeburg Bei dem Überfall wurden eine schwangere Irakerin und zwei Afrikaner geschlagen. Bei einer der Auseinandersetzungen erlitt auch ein Polizist Verletzungen, der zwei mutmaßliche Täter festgehalten hatte.

In einem Nachtbus hatten mehrere Deutsche die Iraker gewalttätig angegriffen und massiv beleidigt. Eine schwangere 20-Jährige, die geschlagen und gegen ihren Kinderwagen gestoßen wurde, musste mit Unterleibsschmerzen in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Kinderwagen wurde beschädigt, als die Frau darauf stürzte. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest, setzte sie dann aber wieder auf freien Fuß.

Die Iraker, die Schwangere mit ihrem Kleinkind, eine weitere 25 Jahre alte Frau und drei Männer im Alter von 18, 31 und 40 Jahren, waren bereits beim Einsteigen in den Bus verbal angegriffen worden. Unter den Deutschen waren laut Polizei zwei Frauen im Alter von 26 und 27 Jahren sowie drei Männer im Alter von 20, 28 und 30 Jahren. An einer Haltestelle habe dann ein Deutscher die Irakerin aufgefordert, Platz zu machen und ihr zugleich ins Gesicht geschlagen. Ein zweiter habe sie von hinten gegen den Kinderwagen gestoßen.

Bei dem zweiten Vorfall waren drei 25, 27 und 38 Jahre alte Männer und eine 23-jährige Frau aus dem Niger von drei bislang unbekannten Männern vermutlich deutscher Nationalität angerempelt worden. Als der 38-jährige Afrikaner die Deutschen zur Rede stellte, wurden er und seine Begleiter mit fremdenfeindlichen Parolen beschimpft. Daraus entwickelte sich eine Schlägerei, bei der zwei Afrikaner verletzt wurden.

Eine von einem Radfahrer alarmierte Funkstreifenbesatzung konnte den Streit zunächst beenden. Zwischenzeitlich war die Gruppe der Deutschen auf etwa sechs bis sieben Personen angewachsen. Ein Polizeibeamter, der versucht hatte, zwei Tatverdächtige festzuhalten, wurde aus der Gruppe der Deutschen angegriffen und verletzt. Dadurch gelang beiden mutmaßlichen Tätern die Flucht.

Noch vor Eintreffen weiterer Polizeikräfte löste sich die Gruppe der Deutschen auf und floh in unterschiedliche Richtungen. Die sofort eingeleitete Fahndung blieb bis zum späten Abend ohne Erfolg. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen in beiden Fällen aufgenommen. (küs/ddp)