Rechtsextremismus : Mann wegen Mordversuchs an Inder angeklagt

Wegen Mordversuchs an einem Inder in Prenzlau muss sich ein mutmaßlicher Rechtsextremer vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Er soll im April den Mann aus fremdenfeindlichen Motiven zusammengeschlagen haben.

NeuruppinLaut Anklage hat der 23-Jährige am 20. April sein Opfer angegriffen und schwer verletzt. Zum Prozessauftakt äußerte sich der Beschuldigte nach Gerichtsangaben nicht zu dem Vorwurf. Das Opfer gab als Zeuge an, sich wegen der schweren Kopfverletzungen nicht an den Vorfall zu erinnern. Der Mann habe daher den Angeklagten auch nicht identifizieren können, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Anklage zufolge hatte der Beschuldigte am Tattag zunächst in einer Wohnung rechte Musik gehört und rechte Parolen gegrölt. Als er stark alkoholisiert auf die Straße ging, soll er einen aus Nicaragua stammenden Arzt angerempelt haben, um diesen zu provozieren.

Anschließend beschimpfte der 23-Jährige nach Überzeugung der Ermittler den zufällig vorbeikommenden Inder ausländerfeindlich, schlug ihn mehrfach mit der Faust ins Gesicht und trat ihm in den Bauch. "Als der Geschädigte am Boden lag, soll er ihm mindestens einmal kräftig und gezielt ins Gesicht getreten haben", heißt es in der Anklage. Dabei habe der einschlägig bekannte Mann den Tod des Inders aufgrund seiner ausländerfeindlichen Gesinnung billigend in Kauf genommen. Das Opfer erlitt unter anderem ein Schädelhirntrauma. (mit dpa)