Rechtsextremismus : Neonazi-Zentrum vor dem Aus

Vor einer Woche hat ein Käufer die Immobilie in Rauen erworben und bereits einen Vermerk im Grundbuch erreicht. Der Käufer möchte aus Angst vor Racheakten von Neonazis anonym bleiben.

Frank Jansen
Rauen
Landgut Johannesberg: Die NPD plant ein "Landschulheim" auf dem Anwesen. -Foto: ddp

RauenDer NPD-Funktionär Andreas Molau muss vermutlich seine Pläne für ein rechtsextremes Zentrum in Rauen (Kreis Oder-Spree) begraben. Nach Informationen des Tagesspiegels hat vor einer Woche ein Käufer die Immobilie erworben und bereits einen Vermerk im Grundbuch erreicht. Der Käufer möchte aus Angst vor Racheakten von Neonazis anonym bleiben. Molaus Frau hatte im Mai im Namen einer ominösen schwedischen Firma das bebaute Areal erworben, doch blieb der Alt-Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Schließlich widerrief er den Verkauf und forderte bis Ende September die Räumung des Anwesens, auf dem bereits Rechtsextremisten aktiv sind.

Molau will in Rauen ein „Landschulheim“ einrichten. Sicherheitsexperten befürchten jedoch, dass der NPD-Mann, Mitglied im Bundesvorstand der Partei, dort einen Treffpunkt für Rechtsextremisten aus der Bundesrepublik aufbaut.

Verstärkt werden die Sorgen durch einen Aufruf Molaus und weiterer NPD-Funktionäre zu einem „Mitteldeutschen Erntedank“, das am Sonnabend auf dem Gelände gefeiert werden soll. In dem Flugblatt laden neben „Familie Molau“ auch der Berliner NPD-Chef Eckart Bräuniger, der sich um die Immobilie kümmert, und der Vorsitzende der Brandenburger NPD, Klaus Beier, „liebe Parteifreunde und Kameraden“ ein. Die Gäste sollen auch übernachten können. Da jedoch der neue Käufer möglicherweise noch in dieser Woche die Besitzübergabe erreicht, ist nicht auszuschließen, dass er von seinem Hausrecht Gebrauch macht. Das rechte „Erntedankfest“ könnte dann nicht mehr stattfinden.

Das Gezerre um das Anwesen zieht sich schon seit Monaten hin. Der Kauf durch Molaus Frau und die schwedische Firma wurde im Juli bekannt und verursachte große Aufregung.

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