Rechtsextremismus : NPD lässt Parteizeitung in Litauen drucken

Die NPD wettert seit Jahren gegen "Lohndrücker" aus dem Ausland - nun wurde bekannt, dass die Rechten selbst ihre Parteizeitung in Litauen herstellen lassen. Dort ist es offenbar billiger.

DresdenDie rechtsextreme NPD lässt ihr Parteiorgan "Deutsche Stimme" nach wie vor im Ausland drucken. Wie das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz mitteilte, wird das Blatt in Litauen hergestellt. Bereits vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass die NPD ihre Zeitung in Polen produzieren ließ. Die NPD hatte sich damals darauf berufen, dass kein Unternehmen in Deutschland ihre Publikation drucken wollte. Mittlerweile habe sie sich einen neuen Geschäftspartner in der litauischen Hauptstadt Vilnius gesucht.

Die NPD stellt sich laut Verfassungsschutz damit in Widerspruch zu einem ihrer zentralen Slogans: "Arbeitsplätze zuerst für Deutsche". Dabei agitiere die Partei gegen die Globalisierung und polemisiere gegen "Lohndrücker" aus Osteuropa, hieß es. Dem Verfassungsschutz sind auch in Deutschland Druckereien bekannt, die rechtsextremistisches Material herstellen.

Die Verlagsgesellschaft Deutsche Stimme mit Sitz in Riesa ist den Angaben zufolge eines der größten rechtsextremistischen Versandunternehmen und wird von Funktionären der NPD geführt. Der Verlag vertreibt über das Internet auch Tonträger, Videos, Publikationen und Skinheadartikel. Der Jahresumsatz soll nach Verlagsangaben 1,4 Millionen Euro betragen. (mit ddp)