Rechtsextremismus : NPD-Mann Wöll wegen Volksverhetzung verurteilt

Der hessische NPD-Chef Marcel Wöll muss für vier Monate ins Gefängnis. Er hatte im Zusammenhang mit Schülerfahrten nach Auschwitz von "Gehirnwäsche" gesprochen.

Marcel Wöll
Vor Gericht: Marcel Wöll, NPD-Chef in Hessen. -Foto: dpa

FriedbergDas Amtsgericht im mittelhessischen Friedberg befand den 24-Jährigen für schuldig, bei einer Sitzung des Kreistags im vergangenen März den Holocaust geleugnet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte für den bereits mehrfach vorbestraften Wöll sechs Monate Gefängnis verlangt. Wölls Verteidiger hatten dagegen auf Freispruch plädiert.

Laut Anklage hatte Wöll in der Haushaltsdebatte des Parlaments gefordert, die Zuschüsse für Schülerfahrten zum früheren deutschen NS-Vernichtungslager Auschwitz zu streichen. Es handele sich um Fahrten zu "Stätten des so genannten nationalsozialistischen Terrors", bei denen mit den Schülern "Gehirnwäsche" betrieben werde.

In der Gerichtsverhandlung räumte Wöll über seine beiden Anwälte die Äußerungen ein. Der 24-Jährige betonte aber, er habe damit nicht den Holocaust leugnen wollen. Die Verhandlung in Friedberg sei ein "Prozess um Missverständnisse". Von "Gehirnwäsche" habe er gesprochen, weil er der Meinung sei, dass den Schülern bei den Fahrten "Schuldgefühle" "eingetrichtert" würden. (mit ddp)