Rechtsextremismus : Verein: Mehr rechte Gewalttaten in Brandenburg

Das Innenministerium erklärt, die Zahl der rechten Gewaltdelikte in Brandenburg sei seit 2004 um elf Prozent gesunken. Der Verein Opferperspektive beklagt hingegen einen Anstieg der Gewalt. 2007 habe es 151 Fälle gegeben.

PotsdamDer Verein Opferperspektive beklagt einen Anstieg rechtsextremer Gewalt in Brandenburg. Durch Nachmeldungen habe sich die Zahl rechter Gewalttaten im vergangenen Jahr auf 151 Fälle erhöht, teilte die Initiative am Dienstag in Potsdam mit. So viele Delikte habe der Verein noch nie gezählt. Es sei unverständlich, warum das Innenministerium regelmäßig von einer rückläufigen Zahl rechter Gewalttaten spreche.

Anfang des Jahres hatte die Opferperspektive mit 137 rechten Gewalttaten einen leichten Rückgang zum Vorjahr vermeldet, in dem 140 Taten gezählt worden waren. Inzwischen wurden jedoch 14 weitere Fälle aus dem vergangenen Jahr bekannt und zusätzlich habe der Verein Kenntnis von vier Gewalttaten, bei denen die Betroffenen keine Anzeige erstatten wollten. Die Opferperspektive forderte über die erfassten Taten eine direkte Information aus dem Landeskriminalamt.

Das Innenministerium hat abweichende Zahlen

Nach Angaben des Innenministeriums ist die Zahl der rechten Gewalttaten im vergangenen Jahr von 90 auf 93 gestiegen. Dabei seien alle Straftaten erfasst, die den Ermittlungsbehörden bekannt seien. Über die vergangenen Jahre habe es in Brandenburg entgegen dem bundesweiten Trend einen Rückgang rechter Gewalt gegeben: Seit 2004 sei die Zahl der Delikte um elf Prozent gesunken. "Das ist eine wichtige Botschaft", sagte ein Sprecher. Die Öffentlichkeit werde regelmäßig über die Statistik informiert.

Für ihre abweichenden Zahlen ist nach Darstellung der Opferperspektive die unterschiedliche Einschätzung von Tatmotiven ausschlaggebend. Der Verein orientiere sich an den polizeilichen Kategorien politisch motivierter Kriminalität, zähle jedoch auch Nötigungen, wenn diese für die Opfer schwerwiegend seien. (jg/ddp)

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