Rechtsextremismus : Widerstand gegen Nazi-Immobilie

Gegen den geplanten Immobilienkauf durch den Neonazi-Anwalt Rieger formiert sich Widerstand in der Gemeinde Plattenburg. Ohne die Unterstützung der Landesregierung sieht die Bürgermeisterin jedoch wenig Chancen, den Kauf zu verhindern.

Plattenburg/Potsdam - Am Samstagnachmittag werde eine Einwohnerversammlung im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr stattfinden, "um entsprechende Ideen und Maßnahmen zusammenzutragen", sagte Bürgermeisterin Gudrun Hoffmann (parteilos). Für Montag sei eine außerordentliche Sitzung der Gemeindevertreter geplant.

"Wir sind über das Vorhaben sehr entsetzt", sagte Hoffmann. Die Gemeinde werde alles versuchen, um den Privatverkauf des Anwesens zu unterbinden. "Ohne Unterstützung der Landesregierung und des Kreises ist das allerdings kaum möglich", räumte sie zugleich ein. Zwar habe die Gemeinde ein Vorkaufsrecht, aber keine finanziellen Möglichkeiten.

Kaufabsicht passt in das strategische Konzept der NPD

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der bundesweit bekannte Rechtsextremist Rieger offenbar ein ehemaliges, in Privatbesitz befindliches LPG-Verwaltungsgebäude im Plattenburger Ortsteil Kleinow kaufen will, um dort ein Schulungszentrum für Neonazis einzurichten. Das Brandenburger Innenministerium bestätigte die Kaufabsicht Riegers für das 14.000 Quadratmeter große Anwesen in der 4000 Einwohner zählenden Gemeinde, von denen 230 Menschen in Kleinow leben.

Brandenburgs SPD-Generalsekretär Klaus Ness sagte, die Schaffung eines Schulungszentrums in einer dünn besiedelten Region nahe Mecklenburg-Vorpommern passe in das strategische Konzept der NPD, die seit Herbst vergangenen Jahres im Schweriner Landtag vertreten ist. Die NPD werde immer mehr zu einer Bedrohung und bereite sich zudem offensichtlich darauf vor, die Nachfolge der DVU in Brandenburg anzutreten, die in das Potsdamer Parlament gewählt wurde.

Die Landesgeschäftsführerin der Linkspartei/PDS, Maria Strauß, sagte, es bestehe die Gefahr, dass die zunehmende Armut in ländlichen Regionen zum Türöffner für rechtsextreme Unterwanderungsstützpunkte werde. Den Rechtsextremisten dürfe kein Fußbreit Raum in der Prignitz gegeben werden. (tso/ddp)

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