Rechtsextremismus : Zwei Sudanesen in Dresden zusammengeschlagen

Sie wurden beschimpft, geschlagen und getreten: Bei einem fremdenfeindlichen Angriff vor einer Dresdener Diskothek sind zwei Sudanesen verletzt worden. Auch ein junger Deutscher, der helfen wollte, wurde attackiert. Die Angreifer kommen wahrscheinlich aus der Hooligan-Szene.

BerlinDie beiden 21-Jährigen Sudanesen seien in der Nacht zum Samstag von zehn bis 15 Angreifern zunächst wegen ihres ausländischen Aussehens beschimpft worden. Wenig später schlugen die Täter zu, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern Abend mit. Auch ein 20 Jahre alter Deutscher, der den Afrikanern helfen wollte, wurde angegriffen und leicht verletzt. Die Täter entkamen unerkannt. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge soll es sich um Hooligans handeln, die schon bei Fußballspielen durch Gewalttaten aufgefallen sind.

Die Angreifer gehörten zu einer größeren Gruppe von etwa 75 bis 100 Menschen, die bereits einige Zeit vor dem Überfall gemeinsam in der Diskothek erschienen war. "Offensichtlich handelte es sich dabei um Personen, die der Hooliganszene zuzurechnen sind", sagte ein Polizeisprecher. Zwei der späteren Schläger hätten die Studenten zunächst in dem Veranstaltungsraum provoziert und attackiert. Nachdem Sicherheitskräfte der Diskothek eingeschritten und die Sudanesen nach draußen geleitet hätten, seien ihnen die beiden Angreifer dann mit mehreren Begleitern ins Freie gefolgt. Dort traten und schlugen die Hooligans auf ihre Opfer ein.

Auch der zur Hilfe eilende Dresdner wurde dort angegriffen. Die drei Opfer erlitten bei der Attacke Prellungen und mussten ambulant versorgt werden. Die Staatsschutzdezernat sowie mit der Hooliganszene vertraute Beamte der Dresdner Kriminalpolizei suchen nun nach den Tätern. "Im Moment laufen die Ermittlungen noch. Dabei gibt es auch spezifische Maßnahmen in Richtung Hooliganszene", sagte der Polizeisprecher. Einzelheiten wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. (svo/dpa)