Der Tagesspiegel : Regen stoppte lang erwartete Bagger

Start für Ausbau der B 101 in Marienfelde verschoben. Terminplan bleibt aber

Klaus Kurpjuweit

Seit Jahren warten genervte Autofahrer darauf, dass im Süden Berlins das Nadelöhr der Bundesstraße B 101 zwischen der Stadtgrenze und dem Diedersdorfer Weg in Marienfelde beseitigt wird. Gestern sollte es endlich losgehen. Doch dann kamen der Schnee und der Regen – die die vorgesehene Baustelle in einen solchen Morast verwandelten, dass die Arbeiten verschoben werden mussten. Dies teilte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung Manuela Damianakis mit. Wann die Arbeiten nun aufgenommen werden, stehe noch nicht fest.

Die B 101 ist auf Brandenburger Seite bis zur Berliner Stadtgrenze vierspurig ausgebaut. Danach verengt sie sich auf zwei Spuren, was häufig zu Staus führt. Da zudem auch die Fahrbahn weitgehend verschlissen ist, galt dort zeitweise sogar Tempo 30. Jahrelang stritten sich Berlin und der Bund um die Aufteilung der Kosten für einen Ausbau des 1,1 Kilometer langen Abschnitts auf vier Spuren. Normalerweise müssen die Kommunen auch bei Bundesstraßen den Ausbau innerhalb eines bebauten Gebiets selbst finanzieren. Der Senat bestand jedoch darauf, dass der Bund in diesem Fall das Geld geben sollte, was Verkehrsminister Manfred Stolpe im März zusagte. Aus der Bundeskasse kommen nun vier Millionen Euro, 700 000 Euro steuert Berlin bei.

Zunächst entsteht auf der östlichen Seite eine neue Fahrbahn, die wie die alte 6,5 Meter breit wird. Sie führt zum Teil durch ehemalige Vorgärten. Anschließend wird der Verkehr zweispurig über die neue Fahrbahn geführt, so dass dann die heutige Straße erneuert werden kann. Auf beiden Seiten der neuen Straßen gibt es Geh- und Radwege; Schallschutzwände sollen den Lärm mindern.

Durch die Bauarbeiten soll der Verkehr nur unwesentlich eingeschränkt werden. Gearbeitet wird – wenn das Wetter es zulässt – werktags zwischen 6 und 20 Uhr. Fertig sein soll der dann vierspurige Abschnitt zur Fußball-Weltmeisterschaft im Juni 2006. Diesen Termin könne man halten, auch wenn der Baustart gestern verschoben werden musste, sagte Damianakis.

Wann der zweite Engpass im Süden an der B 96 in Lichtenrade beseitigt wird, ist ungewiss. Hierfür fehlt noch die Finanzierungsvereinbarung.

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