Der Tagesspiegel : Reiche gegen Dünn

Die CDU-Bundestagsabgeordnete verteidigt ihre Kampfkandidatur für Potsdamer Parteivorsitz

Potsdam - Im Machtkampf der Brandenburger CDU hat die Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche ihre Kampfkandidatur für den CDU-Vorsitz in Potsdam verteidigt. „Mein Ziel ist es, die Partei zu einen, zu versöhnen“, sagte Reiche, die auch Vize-Fraktionsvorsitzende im Bundestag ist, am Freitag. Sie sei gesprächsbereit. Reiches Bewerbung ist umstritten, da der CDU-Vorsitz in der Landeshauptstadt mitten in der regulären Amtsperiode vakant wurde.

Weil Anhänger von Ex-Generalsekretär Sven Petke – Reiches Ehemann – den bisherigen Kreischef Wieland Niekisch wenige Monate vor der Kommunalwahl gestürzt haben, steht die Partei vor einer Zerreißprobe. Zudem hatte der reguläre Kreisvorstand für die Niekisch-Nachfolge bereits den Junge-Union-Stadtchef Hans-Wilhelm Dünn nominiert, der auch Büroleiter von Landesparteichef und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns ist. Vor diesem Hintergrund gilt der Ausgang der Kampfkandidatur zwischen Reiche und Dünn in Potsdam auch als Signal für die Landespartei. Reiche versuchte gestern, dem in und außerhalb der CDU entstandenen Eindruck der „Sippenwirtschaft“ offensiv entgegen zu treten. Sie mache „seit zehn Jahren eigenständige Politik“ und sei „als Bundestagsabgeordnete in Potsdam verwurzelt“, sagte sie. „Wer Katherina Reiche wählt, bekommt auch Katherina Reiche.“ Sie sei froh, mit ihrem Mann verheiratet zu sein. „Aber wir trennen die Dinge.“ Dass die Familie in Kürze ihren Wohnsitz aus Potsdam nach Luckenwalde in den Kreis Teltow-Fläming verlegt, sieht sie nicht als Problem für den CDU-Stadtvorsitz: Sie werde in Potsdam ihre Arbeit „mit der gleichen Energie fortsetzen“ wie bisher. Reiche forderte erneut die Einführung eines landesweiten, kostenfreien letzten Kita-Jahres in Brandenburg, das die große Koalition bislang ablehnt. „Es würde unterstreichen, dass die große Koalition handlungsfähig ist“, sagte Reiche. Ausdrücklich hob sie hervor, dass das kostenfreie Vorschuljahr im Landkreis Dahme-Spreewald, wo CDU-Kulturministerin Johanna Wanka Kreischefin ist, jetzt eingeführt wird. thm

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