Rekordgewinn : Google begeistert die Anleger

Mit einem Gewinnsprung von 46 Prozent hat Internet-Gigant Google an der Börse für helle Freude gesorgt. Der Gewinn stieg im dritten Quartal erstmals auf über eine Milliarde Euro.

Peter Bauer
Google
Gewinnsprung: Die Anleger sind entzückt über einen Erlös-Anstieg von 46 Prozent. -Foto: AFP

New YorkGoogle ist mit immer höheren Milliardengewinnen nicht nur im Internet-Suchgeschäft und der damit verbundenen lukrativen Online-Werbung, sondern auch an der Wall Street auf der Überholspur. Der weltgrößte Suchmaschinen-Betreiber und Online-Werbekönig verdiente im dritten Quartal 2007 erstmals mehr als eine Milliarde Dollar.

Google erhöhte den Gewinn gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit um 46 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte auf 3,38 (Vorjahr: 2,36) Dollar zu, teilte Google mit Sitz in Mountain View (Kalifornien) nach Börsenschluss mit. Der Umsatz stieg um 57 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Google steigerte den Neunmonatsumsatz auf 11,8 (7,4) Milliarden Dollar und den Gewinn der ersten drei Quartale auf 3,0 (2,0) Milliarden Dollar oder 9,50 (6,64) Dollar je Aktie.

Die Wall Street belohnte dies mit einem nachbörslichen Anstieg der Google-Aktien um 3,88 Dollar auf 643,50 Dollar. Die Google-Aktien sind damit innerhalb von Jahresfrist um 53 Prozent gestiegen. Ihr Einstandspreis beim Börsengang vor drei Jahren: 85 Dollar.

Google an der Spitze der Technologiewerte

Damit haben die Google-Aktien jetzt einen Gesamtwert von mehr als 200 Milliarden Dollar (140 Mrd Euro). Google hat inzwischen alle Technologie- und Internetwerte mit Ausnahme von Microsoft (Börsenwert 293 Mrd Dollar) überholt. Die Google-Aktien sind insgesamt mehr wert als die des Netzwerkausrüsters Cisco Systems (199 Mrd), des Chip-Riesen Intel (158 Mrd) und der Computer-Branchenführer IBM (156 Mrd) und Hewlett-Packard (137 Mrd). Der Online-Hauptkonkurrent Yahoo! ist mit einem Börsenwert von knapp 40 Milliarden Dollar weit abgeschlagen. Das gilt auch für die Internet-Auktionsfirma eBay (52 Mrd) und den weltgrößten Online-Einzelhändler Amazon.com (37 Mrd).

Google macht den größten Teil seiner Umsätze mit Werbeeinnahmen. Sie resultieren aus Anzeigen, die die Suchergebnisse bei Google begleiten. Die Gesellschaft liegt bei den Online-Suchen und - Werbeeinkünften weit vor den Hauptkonkurrenten Yahoo! und MSN von Microsoft.

Konzernchef Schmidt erfreut

Google verbuchte mit seinen eigenen Web-Seiten im dritten Quartal Umsätze von 2,7 Milliarden Dollar. Das waren 68 Prozent mehr als im dritten Quartal 2006. Auf den Web-Seiten der Werbepartner betrugen die Einnahmen rund 1,5 Milliarden Dollar oder 40 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresabschnitt.

Konzernchef Eric Schmidt zeigte sich angesichts "des eindrucksvollen Wachstums" in allen Geschäftsbereichen hocherfreut. Google verbuchte bereits zwei Milliarden Dollar oder 48 (44) Prozent des Konzernumsatzes im Ausland. Der höhere Anteil des internationalen Geschäfts zeigt klar, dass Google außerhalb der USA erheblich stärker zulegt als im heimischen Markt. Dieser Trend dürfte sich nach Ansicht von Internet-Fachleuten weiter beschleunigen.

Milliardensegen für Firmengründer

Google ist mit dem anstehenden Kauf der Online-Werbefirma DoubleClick für 3,1 Milliarden Dollar, verstärkter Online-Werbung auf Handys, gerade angelaufener Werbung auf seiner populären Video-Site YouTube und anderen Vorstößen an vielen Fronten auf Vormarsch.

Für die beiden jeweils 34 Jahre alten Firmengründer Larry Page und Sergey Brin sowie für Google-Konzernchef Eric Schmidt (52) bedeutet der Aktien-Höhenflug einen Milliardensegen. Page und Brin liegen in Liste der 400 reichsten Amerikaner des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" mit jeweils 18,5 Milliarden Dollar Vermögen gemeinsam auf Platz fünf. Schmidt belegte mit einem Vermögen von 6,5 Milliarden Dollar Platz 48. Das sind allerdings längst überholte Werte, denn der starke Kursanstieg der vergangenen Wochen hat den drei Google- Hauptakteuren weitere Milliarden beschert. (mit dpa)