Rekrutenmisshandlung : Wehrpflichtige entlasten angeklagte Ausbilder

Im Prozess um körperliche Misshandlung und Erniedrigung von Rekruten in der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Münster sind die angeklagten Ausbilder von Zeugen entlastet worden.

Münster Im Prozess um angebliche Misshandlungen von Rekruten in der Coesfelder Freiherr-vom-Stein-Kaserne sind die damaligen Bundeswehr-Ausbilder von Zeugen entlastet worden. Ein 26-jähriger früherer Rekrut aus Bochum berichtete vor dem Landgericht Münster, dass vor den umstrittenen Übungen "Highlights" in Aussicht gestellt worden seien. Er sei von einem Ausbilder gefragt worden, ob er ein Problem damit habe, wenn man ihn mit der Kübelspritze nass mache. Das habe er verneint.

Ein 23 Jahre alter ehemaliger Wehrpflichtiger aus Sassenberg wusste nichts "Negatives über seine Ausbilder zu berichten". Entgegen seinen Angaben bei der Polizeivernehmung konnte er vor Gericht auf den ihm gezeigten Fotos niemanden wieder erkennen. Ein 24 Jahre alter Zeuge betonte, ihn hätten die fingierten Geiselnahmen nicht verängstigt. "Nein, ich hatte keine Angst, als wir glauben sollten, dass gerade jemand neben mir erschossen wurde. Ich wusste ja, dass es unsere Ausbilder waren, die uns gefangen nahmen", erklärte er. Das Verhältnis zu den Ausbildern bezeichnet er als gut.

Den angeklagten früheren Bundeswehrausbildern wird zur Last gelegt, 2004 bei vier simulierten Geiselnahmen mehr als 160 Rekruten körperlich misshandelt und entwürdigend behandelt zu haben. Der Prozess wird am 8. August fortgesetzt. (mit ddp)