Der Tagesspiegel : Rennbahn Hoppegarten wird verkauft

Galoppanlage soll an privaten Investor gehen

Thorsten Metzner

Hoppegarten - Die vom Aus bedrohte Traditionsrennbahn Hoppegarten soll jetzt so schnell wie möglich an einen privaten Investor verkauft werden. Das hat die Treuhandnachfolgegesellschaft BVVG am Mittwoch angekündigt, der das 700-Hektar-Areal gehört. Geschäftsführer Wolfgang Horstmann äußerte sich zuversichtlich, dass der Rennbetrieb fortgesetzt und noch in diesem Jahr ein neuer Eigentümer für das 176 Hektar große Gelände gefunden wird. „Es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland“, sagte Horstmann. Er betonte, dass eine vollständige Privatisierung die „beste Lösung“ sei, auch besser als alle Stiftungsmodelle, die von der bundeseigenen BVVG selbst lange favorisiert worden waren. Doch am Dienstag hatte die Landesregierung entschieden, sich nicht an einer öffentlich- rechtlichen Stiftung zu beteiligen, die die Rennbahn hätte übernehmen sollen.

Dass nach der jahrelangen Unsicherheit um den Fortbestand der Rennbahn und nach der Insolvenz des betreibenden Unionklubs nun die Rettung in Sicht sein soll, kommt allerdings einigermaßen überraschend. Nach Tagesspiegel-Informationen gibt es aber tatsächlich bereits mindestens einen seriösen Interessenten, mit dem bereits intensive Gespräche laufen. Dabei handelt es sich dem Vernehmen nach um den Manager eines Berliner Handelsunternehmens, der als Pferdesport-Liebhaber gilt. Horstmann stellte klar, dass dem Investor zwar keine Auflagen zur Fortführung des Rennbetriebes gemacht würden. Eine andere Nutzung, etwa die Umwandlung in Bauland für Einfamilienhäuser oder ein Einkaufszentrum sei jedoch durch die kommunale Bauleitplanung ausgeschlossen, betonte er.

Ob tatsächlich eine tragfähige Lösung zustande kommt, wird jetzt davon abhängen, ob die BVVG beim Preis Zugeständnisse macht und Brandenburg das Projekt wie andere Privatinvestitionen mit Fördermitteln unterstützt. Allein für die Sanierung der Haupttribüne werden sechs Millionen Euro veranschlagt. Dennoch lehnt die BVVG einen Verkauf der Anlage für nur einen symbolischen Euro ab. Die Treuhand-Nachfolgerin verwies darauf, dass sie seit 1990 mehrere Millionen Euro in Hoppegarten investiert habe.

Alle Experten sind sich einig, dass sich die Anlage nur rechnen kann, wenn es neben dem Pferderennsport eine andere lukrative Nutzung gibt. Wie diese aussehen könnte, dazu äußerte sich Horstmann nicht. Brandenburgs Finanzminister Rainer Speer (SPD) begrüßte den geplanten Verkauf.

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