Der Tagesspiegel : Retten, was zu retten ist

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Potsdam. Erst Cargolifter, jetzt Lausitzring: Erneut droht einem wirtschaftlichen Prestigeprojekt die Pleite. Die Besitz- und Betreibergesellschaften des Eurospeedway Lausitz haben am Donnerstag beim Amtsgericht Cottbus offiziell Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Udo Feser bestellt, der seinen Fahrplan zur Rettung der defizitären Rennstrecke Anfang nächster Woche vorstellen will. Betroffen sind 48 Mitarbeiter. Die Landesregierung hofft auf einen nahtlosen Weiterbetrieb der Rennstrecke. Es sei wichtig, dass der Insolvenzverwalter die laufenden Gespräche mit internationalen Kaufinteressenten nicht abreißen lasse, sagte Vizeregierungssprecher Manfred Füger. Die Regierung bedaure, dass die Bankgesellschaft Berlin als Mehrheitseigner keine Möglichkeit gesehen habe, diese Übernahmegespräche abzuwarten. Diese waren zuletzt am Mittwochabend gescheitert, da die Dekra ihre Anteile nicht zum symbolischen Preis von einem Euro abgeben wollte. In der Landesregierung rechnet man damit, dass nach Cargolifter auch für den Lausitzring ein Insolvenzdarlehen beantragt wird.

Das Wirtschaftsministerium hielt sich dazu bedeckt. Doch der ADAC als als wichtigster Rennveranstalter auf dem Lausitzring erkärte gestern, dass es keinen anderen Ausweg gebe. Die geplanten Großveranstaltungen - wie ein Lauf der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (12. bis 14. Juli) und ein Truck-Grand-Prix (18. bis 20. Oktober) – sollen stattfinden.

In den Landtagsparteien löste die Nachricht von Insolvenz Bedauern und Betroffenheit aus, zumal die frühere SPD-Alleinregierung das 158-Millionen-Euro-Projekt mit 122 Millionen Euro gefördert hatte. „Es ist fatal für das Außenbild Brandenburgs“, sagte CDU-Fraktionschefin Beate Blechinger. Nun müsse gesichert werden, dass der Lausitzring nicht ganz dicht macht. „Der Lausitzring wird keine Investruine“, sagte der SPD-Abgeordnete Ulrich Freese aus Spree-Neiße. Thorsten Metzner

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