Rheinland-Pfalz : Merkel eröffnet Arp-Museum

Nach dreijähriger Bauzeit ist das Arp-Museum in Remagen eröffnet worden. Das Haus stellt mehrere Werke des dadaistischen Künstlers und seiner Frau aus. Kritik gab es im Vorfeld an der Landesregierung und dem privaten Träger-Verein.

Arp-Museum
Feierliche Eröffnung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und...Foto: dpa

Remagen-RolandseckBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) eröffneten feierlich das MuseumEröffnungsfeier bei. Der Standort des Hauses am Rhein, der als Fluss immer wieder Künstler inspiriert habe, sei etwas ganz Besonderes, betonte die Kanzlerin. Bei dem Museum handele es sich um das letzte große Projekt im Rahmen des Bonn-Berlin-Ausgleichs.

Beck sagte, es gebe nichts Vergleichbares im Land. Das Museum sei ein herausragendes, ehrgeiziges Kulturprojekt. Der Weg bis zur Eröffnung sei manchmal "mehr als schwierig gewesen". Er sei sich aber sicher, dass eine große Investition in ein neues, architektonisch einmaliges Museumsgebäude auch in Zeiten knapper Mittel kein vergeudetes Geld sei.

Die Eröffnung des Museums wurde von Kritik an der Landesregierung und des privaten Arp-Vereins begleitet. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Diskussionen über die Echtheit der gezeigten Werke des Dadaisten Hans Arp gegeben. Bereits Ende der 90er Jahre soll eine Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet worden sein, um eine missliebige Berichterstattung in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über den künstlerischen Wert der Sammlung zu stoppen. Jüngsten Vorwürfen zufolge sollen die Anwaltskosten dafür zumindest zum Teil vom Land übernommen worden sein.

Von Nationalsozialisten als "entartet" gebrandmarkt

Der Künstler Hans Arp wurde 1886 in Straßburg geboren. 1911 war er Mitbegründer der Künstlervereinigung "Moderner Bund". Seine dadaistischen Werke sorgten ab 1915 vor allem in der Schweiz für Aufmerksamkeit. 1922 heiratet er seine Künstlerkollegin Sophie Taeuber. Das Schaffen Hans Arps wurde von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" eingestuft, er floh in den unbesetzten Teil Frankreichs. 1943 starb Sophie Taueber-Arp, die genauen Umstände sind nicht geklärt. In den 1950er Jahren wurde Arps Arbeit insbesondere in den USA sehr anerkannt, er entwarf mehrere Plastiken für die Universitäten Harvard und Caracas sowie für das Unesco-Gebäude in Paris. 1966 starb der Künstler im Alter von 79 Jahren in Basel.

Das Haus, in dem nun ein Teil seiner Kunstwerke untergebracht sind, war seit den sechziger Jahren ein Künstlertreffpunkt. Die drohende Schließung konnte 1969 von der Landesregierung abgewendet werden. Seit 1977 hatte sich der private Verein "Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp" gegründet. Zweck des Vereins ist es, "das Werk der Künstler Jean Arp und Sophie Taeuber-Arp zu sammeln, zu mehren, zu pflegen und der Öffentlichkeit weltweit zugänglich zu machen". (fsu, mit ddp)