Rheinland-Pfalz : Staatssekretär distanziert sich von Arp-Verein

Der Förderverein, der sich für das Arp-Museum stark gemacht hat, benutzte Geldmittel des Landes, um gegen eine kritische Berichterstattung vorzugehen. Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann-Göttig (SPD) distanziert sich von dieser Verwendung.

MainzZwar habe die Landesregierung dem Verein aufgrund bestehender vertraglicher Verpflichtungen auch Rechtskosten zum Teil erstattet, sagte Hofmann-Göttig vor dem Kulturausschuss des Mainzer Landtags. Das bedeute aber "keineswegs eine Identifikation des Landes mit den allein vom Arp-Verein zu verantwortenden rechtlichen Schritten", unterstrich der Staatssekretär.

Insgesamt erstattete das Land dem Verein Rechtskosten in Höhe von 175.000 Euro. Der Verein benutzte dieses Geld unter anderem dafür, um gegen eine kritische Artikelserie in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorzugehen. Der Karlsruher Kunsthistoriker Gert Reising hatte dort Ende der 90er Jahre den Großteil der Arp-Kunstsammlung als minderwertige Repliken bezeichnet und sogar von "Fälschungen" gesprochen.

Hofmann-Göttig, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist, betonte, diese rechtlichen Schritte seien "nicht in Absprache mit dem Ministerium" erfolgt. Der private Arp-Verein habe sich im Laufe der Vorbereitungszeit wiederholt nicht an Absprachen gehalten und Ausgaben ohne vorherige Absprache getätigt.

Reising kritisiert Rolle der Landesregierung

"Mit einer Einschränkung der Pressefreiheit hat dieser Vorgang nichts zu tun", fügte der Staatssekretär hinzu. Es sei ein "wichtiges Interesse" des Landes gewesen, den Komplex um die Echtheit der Arp-Werke richtigzustellen.

Der Kunsthistoriker Reising kritisierte, die Landesregierung schiebe alles auf den Arp-Verein, "als wäre man ohnmächtig". Alle bisher öffentlich benannten Experten seien aber "keine Arp-Experten", alle ausgestellten Güsse tatsächlich Repliken, das wisse das Land seit 1998. Das Arp-Museum sei daher "weiter ein Repliken-Museum", fügte Reising hinzu. (mit ddp)