Rockermord-Prozess : Zwei "Bandidos" müssen lebenslang hinter Gitter

Großer Rockeraufmarsch vor dem Landgericht Münster: Über 400 Mitglieder der "Hells Angels" und der "Bandidos" versammelten sich, um die Urteilsverkündung im Mordprozess gegen zwei "Bandidos"-Mitglieder mitzubekommen. Sie wurden des Mordes an einem "Hells Angel" für schuldig befunden.

Bandidos
Die zwei angeklagten Mitglieder der "Bandidos" vor dem Landgericht Münster. -Foto: dpa

MünsterIm Mordprozesses gegen zwei Mitglieder der Rockergang "Bandidos" hat das Landgericht Münster die beiden Angeklagten am Dienstag zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die 48 und 36 Jahre alten Männer im Mai 2007 im westfälischen Ibbenbüren einem Motorradhändler erschossen haben, der dem rivalisierenden Rockerclub "Hells Angels" angehörte. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

Der Vorsitzende Richter Michael Skawran sagte in der Urteilsbegründung, es habe sich um einen Indizienprozess gehandelt. Die Kammer habe jedoch die sichere Überzeugung gewonnen, "dass hier die Richtigen auf der Anklagebank sitzen". Der Motorradhändler aus Ibbenbüren sei durch einen "feigen Schuss in den Rücken" während der Flucht erschossen worden.

Zur Urteilsverkündung waren am Dienstag rund 400 Mitglieder der "Hells Angels" und 50 "Bandidos" nach Münster gekommen, jeweils 20 Angehörige der verfeindeten Motorradgangs verfolgten den Urteilsspruch im Gerichtssaal. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden bei den "Bandidos" mehrere Waffen gefunden, vier Gangmitglieder wurden in Gewahrsam genommen. (ut/AFP)