Der Tagesspiegel : Rohkunstbau-Festival: Irritationen im Spreewald

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Allmählich ist es kein Geheimtipp mehr: In Groß Leuthen wird heute das achte Rohkunstbau-Festival eröffnet, eine Ausstellung, die inzwischen als die erfolgreichste freie Schau zeitgenössischer Kunst gilt. Im schönen Wasserschloss Groß Leuthen zeigen zehn Künstler bis zum 30. August ihre Werke zum Thema "Information - Irritation". Bei Claudia Wissmann aus Magdeburg wird das zur Lichtinstallation, im Atelier der Norwegerin Berit Myreboe entstanden Fotos auf Alu-Platten, es gibt Video- und Rauminstallationen oder Malerei. Keine fertigen Werke, sondern Entwicklungsstufen, Momentaufnahmen. Umrahmt wird die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Kulturministerin Johanna Wanka steht, von Theater, Lesungen und Konzerten. Am morgigen Sonntag etwa findet ab 19 Uhr ein "Kunststreit" statt, bei dem Kulturschaffende mit Kulturjournalisten streiten, jeden Freitag um 21 Uhr wird auf der Seeterrasse Open-Air-Kino gezeigt. Teil des Festivals ist die Aktion "Kinderkunst", die vom 20. bis 24. August zugunsten behinderter Kinder stattfindet. Außerdem finden an zwei Sonntagen Lesungen statt, bekannte Menschen, Ulrich Mühe und Stefan Heym, und bekannte Texte - soviel Annäherung an den Zwang zur Verkäuflichkeit dann doch. Ausstellungskurator Arvid Boellert gibt zwar zu, dass er lieber unbekannte Stimmen hören würde, doch dann komme ja keiner. Und das wäre nicht im Sinne der Veranstalter, die keinen exklusiven Kunstkennerzirkel im Spreewald etablieren wollen, sondern Begegnungen ermöglichen. Das Konzept geht offenbar auf. Laut Boellert kommt die Hälfte der Gäste inzwischen aus der Gegend.

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