Rückzug : Petke verlässt Führung von Brandenburgs CDU

Sven Petke zieht sich aus der Parteispitze der brandenburgischen CDU zurück. Der langjährige Vize-Parteichef, frühere Generalsekretär und Innenpolitiker will sich im Herbst nicht wieder für den Landesvorstand bewerben.

von
Sven Petke Foto: dapd
Sven PetkeFoto: dapd

In der von Saskia Ludwig geführten brandenburgischen CDU dreht sich das Personalkarussell. Der langjährige Vize-Parteichef, frühere Generalsekretär und Innenpolitiker Sven Petke zieht sich aus der Parteispitze zurück. Nach Tagesspiegel-Informationen wird sich Petke auf dem Parteitag im Herbst weder für die engere Führung, noch für den Landesvorstand überhaupt bewerben. Bereits Anfang der Woche hat Petke die Fraktions- und Parteichefin informiert. Die zuletzt wegen ihres Schwenks zum Flughafen Schönefeld auch in den eigenen Reihen in die Kritik geratene Ludwig will auf dem Parteitag erneut für den Vorsitz kandieren – was als Vorentscheidung für die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2014 gilt.

Auf Anfrage bestätigte Petke am Donnerstagabend den Rückzug, sagte dazu aber nur einen Satz: „Es ist eine sorgfältig abgewogene Entscheidung.“ Eine Begründung nannte der 44-Jährige nicht.

Zu Hintergründen gibt es erste Mutmaßungen. So wird es als „Absetzbewegung“ vom frontalen Ludwig-Oppositionskurs verstanden, unter dem die bei Umfragen knapp über der 20-Prozent-Marke stagnierende Partei zuletzt etwa in der Energiepolitik Minderheitenpositionen einnimmt. Auch gab es Spekulationen, dass Petke ohnehin von Ludwig aus der Spitze gedrängt werden sollte. Er selbst wollte 2007 CDU-Chef werden, hatte damals aber gegen den vom scheidenden Vorsitzenden Jörg Schönbohm als Nachfolger favorisierten Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns in einem erbitterten Machtkampf verloren. Als Generalsekretär hatte Petke versucht, die Partei zu modernisieren, stärker in der Mitte zu positionieren, etwa mit einem Vorstoß für kostenfreie Kita-Plätze. Es gibt noch einen Wechsel. Die Pressesprecherin der CDU-Landtagsfraktion Alexandra Fürstenberg gibt nach nur nur wenigen Monaten den als Schleudersitz geltenden Job auf. In dieser Legislatur ist es auf dem Posten der dritte Abgang.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben