Der Tagesspiegel : Rund um die Uhr für die Sicherheit am Flughafen im Einsatz

Klaus Walter leitet seit 25 Jahren den Brandschutz in Schönefeld

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Schönefeld. Auf den Übungslöschplatz will er noch warten, dann kann er seinen Nachfolger einarbeiten – und dann guten Gewissens in den Ruhestand gehen. Den hat Klaus Walter sich bis dahin auch redlich verdient. Der 61-Jährige feierte Anfang September sein 25. Dienstjubiläum als Chef der Flughafenfeuerwehr in Schönefeld.

Die gehört heute zu den modernsten ihrer Art und soll bald auch die führende Ausbildungsstätte in Deutschland sein. Woran Walter erheblichen Anteil hat. Seit seinem 18. Lebensjahr arbeitet er in Schönefeld, wurde vom einfachen Feuerwehrmann nach mehreren Lehrgängen und Studium zum diplomierten Chef der Abteilung. Und zwar aus Leidenschaft: „Feuerwehrmann darf man nicht werden, weil man einen Job sucht“, sagt Walter. „Das Herz muss für die Feuerwehr schlagen.“ Und das ist bei ihm sozusagen pathologisch: Schon sein Vater war Feuerwehrchef, in einer kleinen Gemeinde im Erzgebirge. Als Diplom-Arbeit an der Feuerwehrtechnischen Ingenieurshochschule in Moskau entwickelte Walter ein neues Brandschutz- und Einsatzkonzept für den Flughafen Schönefeld. Hintergrund war das schwerste Flugzeugunglück der DDR. 1972 starben beim Absturz einer Iljuschin der Interflug bei Königs Wusterhausen 156 Menschen. Nach seiner Rückkehr übernahm der damals 36-Jährige das Kommando über das Studienobjekt.

Die von ihm geforderten, technischen Verbesserungen gingen trotz aller Bemühungen nur schleppend voran. Zwar wurden in den 80er Jahren neue Löschfahrzeuge angeschafft, doch auch die hatten nur einen Motor, was heutzutage unüblich ist. So gab es auch noch Defizite, als 1986 eine russische Tupolew kurz vor der Piste abstürzte und 1989 eine weitere Interflug-Maschine über die Landebahn hinaus raste und in Flammen aufging. Ein Großteil der Insassen überlebte das Unglück. Nach der Wende wurde die Feuerwehr neu ausgestattet. Heute verfügt sie über 18 High-Tech-Fahrzeuge, können die pro Schicht mindestens 19 rund um die Uhr einsatzbereiten Wehrmänner binnen zwei Minuten jeden Punkt des Flughafens erreichen. Die vorgehaltenen Löschmittel entsprechen bereits heute der höchsten Brandschutzkategorie für künftige Super-Jumbos. Und nun hört Walter bald auf. Traurig macht ihn das nicht. Er freut sich darauf, seine Enkel öfter zu sehen. Rainer W. During

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