Russlandbesuch : Sarkozy: Kein Vasall der USA

Bei seinem Antrittsbesuch in Moskau wirbt Frankreichs Präsident Sarkozy für partnerschaftliche Beziehungen zu Russland. Erörtert werden unter anderem Fragen zum Atomstreit mit dem Iran und der US-Raketenabwehr in Mitteleuropa.

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Partnerschaftlich: Sarkozy und Putin. -Foto: AFP

MoskauEr sei gekommen, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die "Voraussetzungen für eine solche Partnerschaft" zu reden. Das sagte Sarkozy zum Auftakt der Gespräche im Kreml, wie die Agentur Interfax meldete. Bei einem informellen Essen am Vorabend seien beide Staatschefs zum persönlicheren "Du" in der Anrede übergegangen, berichteten russische Medien.

Sarkozy und Putin wollten im Kreml internationale Fragen wie den Atomstreit mit dem Iran und die Lage im Kosovo erörtern. Russlands angedrohter Ausstieg aus dem Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) sollte ebenso angesprochen werden wie die umstrittene US-Raketenabwehr in Mitteleuropa.

In einer Rede vor Studenten der Technischen Bauman-Universität Moskau wehrte sich Sarkozy gegen den Vorwurf, er orientiere sich in seiner Politik zu stark an der Haltung Washingtons. "Ich bin ein Freund der USA, aber kein Vasall", sagte der französische Staatschef. Nach dem Treffen in privater Atmosphäre am Vorabend sagte Sarkozy, er habe das Gefühl, dass sich die Positionen beider Länder zum iranischen Atomprogramm angenähert hätten, wie die Pariser Zeitung "Figaro" berichtete. Demnach bezeichnete der französische Präsident Putins Teheran-Reise in der kommenden Woche als "sehr nützlich". (mit dpa)