Der Tagesspiegel : Ryanair startet Betrieb in Schönefeld Billigflieger möchte aber weiterhin Standort Neuhardenberg ausbauen

Rainer W. During

Neuhardenberg/Schönefeld. Die Ryanair nahm gestern ihre Low-Cost-Flüge von Schönefeld nach London-Stansted auf. Gleichzeitig hält das Unternehmen an Plänen fest, den Flugplatz Neuhardenberg (Kreis Märkisch-Oderland) als Standort auszubauen. Auch Brandenburger Politiker machen sich für den Ausbau stark, um ihn zum Billig-Airport der Hauptstadtregion auszubauen. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU- Landtagsfraktion, Dierk Homeyer forderte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) auf, die Blockade der Pläne durch die Bundeswehr zu beenden.

Im Rahmen einer Internet-Sonderaktion waren gestern einzelne Ryanair-Flüge für einen Cent plus Steuern und Gebühren (Berlin 11,29 Euro, London 25,96 Euro) zu haben. Bis zum 6. Mai gilt ein 25-prozentiger Preisnachlass auf alle Tarife. Noch in diesem Monat sollen Gespräche über eine mögliche Expansion in Berlin beginnen, sagte Ryanair-Deutschland-Verkaufsleiterin Caroline Baldwin. Sie betont, dass auch abgelegene Plätze von den Passagieren angenommen werden, wenn der Flugpreis günstig ist. Wie berichtet, hat Ryanair gegenüber dem Potsdamer Verkehrsministerium das Interesse an einer Nutzung Neuhardenbergs bekundet. Ein Berliner Busunternehmen plant bereits einen Zubringerdienst.

Auf Ablehnung stoßen die Pläne dagegen bei der Luftwaffe. Denn die Militärs nutzen den schmalen Korridor östlich von Berlin als Nachttiefflugstrecke, auf der Kampfjets in einer Höhe von 300 Metern fliegen können. Angesichts der eher geringen Zahl von Tiefflügen könnte auch dieses Problem gelöst werden, heißt es im Potsdamer Ministerium. CDU-Mann Homeyer wies in seinem Schreiben an den Verteidigungsminister auf die Chance hin, mit der Ansiedlung der Ryanair die hohe Arbeitslosigkeit in der strukturschwachen Region Märkisch-Oderland zu senken.

Berlins Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) lehnt den Ausbau Neuhardenbergs als Konkurrenz für den geplanten Flughafen Berlin Brandenburg International entschieden ab. Für den BBI sollen die Berliner Flughäfen Tempelhof und Tegel geschlossen werden. In der Potsdamer Regierungskoalition teilt man diese Bedenken nicht. Der ehemalige DDR-Regierungsflugplatz liegt im Wahlkreis von Verkehrsminister Hartmut Meyer (SPD).

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