Sachsen LB : Milbradt hat sich verplappert

Eine frühere Erklärung zur Landesbank bringt den sächsischen Ministerpräsidenten Milbradt kurz vor dem CDU-Parteitag in arge Bedrängnis. Nach dem "jüngsten katastrophalen Missmanagement" drohe in Sachsen sogar eine Linksregierung, so ein CDU-Abgeordneter.

Wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten Parteitag der sächsischen CDU gerät Ministerpräsident Georg Milbradt durch eine frühere Rede zur Landesbank in Erklärungsnot. Schon im März 2005 war der CDU-Regierungschef im Landtag auf Risiken der Sachsen LB in Dublin eingegangen. Entsprechende Spekulationen nannte Milbradt damals laut Sitzungsprotokoll "unbegründet und geschäftsschädigend". Zuletzt hatte er wiederholt gesagt, nach seinem Ausscheiden als Finanzminister 2001 nicht mehr im Detail mit der inzwischen verkauften Landesbank betraut gewesen zu sein.

Die Sachsen LB war durch riskante Geldgeschäfte auf dem US-Immobilienmarkt in große Bedrängnis geraten. In einer Blitzaktion wurde sie vor zwei Wochen durch den Verkauf an die Landesbank Baden-Württemberg gerettet. Als Folge der Krise kündigte Finanzminister Horst Metz (CDU) seinen Rücktritt an. Auch Milbradt selbst steht unter Druck.

Der 62-Jährige stellt sich am Samstag beim Landesparteitag in Mittweida zur Wiederwahl als CDU-Vorsitzender. 2005 wurde Milbradt mit knapp 77 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt, 2003 hatte er noch 90 Prozent erreicht. Inzwischen gerät der Ministerpräsident auch in seiner eigenen Partei in die Kritik. "Der Niedergang der CDU in Sachsen unter Georg Milbradt macht mir große Sorge", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe der "Leipziger Volkszeitung". Nach dem "jüngsten katastrophalen Missmanagement" drohe in Sachsen sogar eine Linksregierung. (mit dpa)