Der Tagesspiegel : Sachsenhausen erhält Gedenkbuch

Neue Ausstellung über KZ-Zeit öffnet Dezember

-

Neue Ausstellung über KZZeit öffnet Dezember Oranienburg - Die Gedenkstätte Sachsenhausen mit ihren Ausstellungen über das KZ und das sowjetische Speziallager ist im vergangenen Jahr wieder von rund 350 000 Menschen besucht worden. Damit wurde das gute Niveau von 2005 gehalten, teilte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, am Dienstag in Oranienburg mit. „Die Zahl der gebuchten Führungen ist zwar von 2600 auf 1800 zurückgegangen, dafür kommen immer mehr individuelle Besucher nach Sachsenhausen, vor allem aus dem Ausland.“ Gerade während der Fußball-WM seien sehr viele Ausländer in der Erinnerungsstätte gewesen.

Im ehemaligen KZ Ravensbrück in Fürstenberg konnte wegen umfangreicher Bauarbeiten im vergangenen Jahr keine Besucherzählung stattfinden. 2005 kamen 95 500 Besucher. Das Areal an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern erhält künftig zwei Drittel des 1,5 Millionen Euro großen Stiftungshaushaltes für Bauinvestitionen. Der Rest dient der Sanierung der Anlagen in Sachsenhausen. Bisher war das Verhältnis umgekehrt.

In Ravensbrück entsteht bis zum Herbst erstmals ein Besucherinformationszentrum, das auch Veranstaltungen für bis zu 150 Teilnehmer erlaubt. Sachsenhausen erhält ab 2. Dezember eine neue Dauerausstellung über die Geschichte des Konzentrationslagers. Dafür wird die ehemalige Häftlingsküche umgebaut. In fünf Sprachen läuft hier ein halbstündiger Film über das KZ. „Die Ausstellung ist gewissermaßen der Schlussstein der 1993 begonnenen Neuausrichtung der Gedenkstätte“, sagte Morsch.

Hier wird auch das Gedenkbuch für die Opfer des KZ ausgelegt. Es enthält Namen und persönliche Daten aller derzeit ermittelten Menschen aus über 40 Nationen, die zwischen 1936 und 1945 im Lager ums Leben gekommen sind. Gerechnet wird zunächst mit rund 20 000 Namen. Viele Opfer konnten aber bisher noch nicht ermittelt werden. Im August will die Stiftung außerdem ein Buch mit 12 000 Namen von Toten des sowjetischen Speziallagers von 1945 bis 1950 vorlegen. Ste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben