Sacrow-Paretzer-Kanal : Stadt Potsdam und Umweltschützer klagen gegen Kanalausbau

Der geplante Ausbau des Sacrow-Paretzer-Kanals bei Potsdam schlägt Umweltschützern und der Kommune aufs Gemüt. Auch die Mehrheit der Bevölkerung ist gegen das Riesenprojekt.

Kanalausbau
Mit dem Ausbau des Kanals sollen die Bedingungen für Großschiffe verbessert werden. -ddp

PotsdamDie kürzlich erteilte Genehmigung für das Bauvorhaben im Mündungsbereich des Havelkanals sorgt für Kontroversen. Umweltverbände sowie die Stadt Potsdam klagen gegen das Projekt. Sie befürchten, dass die geplante Vertiefung des Kanals den gesamten Wasserhaushalt in der Region durcheinander bringen würde. Zudem müssten knapp 900 Bäume am Ufer gefällt werden. 

"Der Ausbau von Spree, Havel und Sacrow-Paretzer-Kanal wird nicht nur von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt, sondern parteiübergreifend auch von allen Gemeinden entlang der Havel einschließlich der Stadt Potsdam", sagte der Bund-Landesvorsitzende Burkhard Voss. Er bezweifelte zudem den Ausbaubedarf. Unterstützt wird der Bund nach eigenen Angaben vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der Deutschen Umwelthilfe, der Grünen Liga, der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft für Naturschutz sowie dem Aktionsbündnis gegen den Havelausbau.

"Millionengrab oder Investition der Zukunft?"

Derweil fand am Montag in Potsdam eine Podiumsdiskussion statt zu der Frage "Kanalausbau - Millionengrab oder Investition der Zukunft?" Die Veranstalterin, SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein, spricht mit Vertretern des Wasserstraßen-Neubauamtes (WNA) Berlin, des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) und SPD-Landtagsfraktionschef Günter Baaske über die Vor- und Nachteile des geplanten Kanalausbaus.

Der rund 12,7 Kilometer lange Teilabschnitt des Sacrow-Paretzer-Kanals gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17. Das 1992 gestartete Projekt soll zwischen Magdeburg und Berlin die Bedingungen für Großschiffe verbessern. Der Kanal soll nach Plänen der Wasser- und Schifffahrtsdirektion 55 Meter breit und vier Meter tief werden. Mit dem 65 Millionen schweren Projekt soll im nächsten Jahr begonnen werden. (kk/ddp)

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