Sächsische CDU : Milbradt muss um seine Wiederwahl bangen

Nach dem Notverkauf der Landesbank, rechten Schlägern in Mügeln und einer Koalitionskrise mit der SPD spürt Sachsens Ministerpräsident Milbradt Gegenwind. Morgen will er sich erneut zum Landesvorsitzenden der CDU küren lassen.

164154_0_c21c6fb7
Georg Milbradt. In Sachsen jagd derzeit ein Skandal den anderen. Kann Ministerpräsident Milbradt das Ruder herumreißen? -Foto: dpa

Mittweida Die Abstimmung beim Landesparteitag in Mittweida wird mit Spannung erwartet. Wegen der Bankenkrise tritt Finanzminister Horst Metz (CDU) Ende September ab. SPD-Fraktionschef Cornelius Weiss hatte aus Ärger über den Koalitionspartner CDU gestern seinen Rücktritt angekündigt.

Milbradt erhielt für sein Krisenmanagement sogar Kritik aus den eigenen Reihen. Beobachter schließen nicht aus, dass Delegierte ihm in der geheimen Abstimmung einen Denkzettel verpassen. Führende CDU-Politiker mahnten zum Schulterschluss. Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer geht davon aus, dass die Basis Milbradt den Rücken stärkt. Bei den Parteiverantwortlichen gebe es den starken Wunsch, ein Zeichen der Geschlossenheit zu setzen. "Wir sind an einem Punkt, wo es notwendig ist, Stärke zu zeigen", sagte Kretschmer unlängst.

Der sächsische CDU-Vize, Kultusminister Steffen Flath, nannte die politische Lage "besorgniserregend". Es seien Fehler gemacht worden. Die Union müsse "insgesamt die Erscheinung der sächsischen CDU überdenken", sagte er der "Leipziger Volkszeitung". In Ruhe müsse über die richtigen Personen entschieden werden. (mit dpa)