Salman Rushdie : Rushdie-Ehrung sorgt für Eskalation im Iran

Die muslimische Welt ist wütend. Die Queen hatte Salman Rushdie am Samstag für seine Verdienste um die Literatur die Ritterehre zuerkannt.

Salman Rushdie Foto: AFP
Proteste: Die Auszeichnung von Salman Rushdie mit dem Ritterschlag erzürnt die Muslime.Foto: AFP

Islamabad/LondonWegen des Ritterschlages für den indisch- britischen Schriftsteller Salman Rushdie, der laut Buckingham-Palast nicht vor Oktober erwartet werde, wenn er durch die Queen selbst erfolgen soll, hat das iranische Außenministerium den britischen Botschafter in Teheran einbestellt. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die Ehrung für Rushdie, Autor der "Satanischen Verse", hatte die Ehrung am Samstag in London erhalten.

Der Ritterschlag sei eine Provokation für eineinhalb Milliarden Muslime, wurde dem Botschafter nach Angaben von Fars im Außenministerium vorgehalten. Rushdie (60) hatte mit seinem Roman Weltruhm erlangt, nachdem der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini 1989 eine als Fatwa bezeichnete Todesdrohung gegen ihn ausgesprochen hatte. Rushdie lebte danach jahrelang unter starkem Polizeischutz. Bereits am Dienstag hatte die pakistanische Regierung den britischen Botschafter in Islamabad einbestellt. Die britische Regierung äußerte sich "tief besorgt" über die Proteste gegen den Ritterschlag für den Autoren.